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Medizin:
Immunbremse gegen Grippe
Britische Forscher glauben,
der Virusgrippe zumindest einen Teil ihres Schreckens nehmen zu
können.
(jkm) - Ein von den Forschern
entwickelter Wirkstoff verhindert bei infizierten Mäusen
die Überflutung der Lunge mit Abwehrzellen. Auf diese Weise
reduziert er die typischen Erkrankungssymptome, ohne gleichzeitig
die Bekämpfung der Viren zu behindern.
"Bei einer Influenza geht
das Immunsystem nach dem Motto 'Alle Mann an Deck' vor",
sagt Tracy Hussell vom Londoner Imperial College. Diese starke
Aktivität verursache jedoch den größten Schaden.
Indem Abwehrzellen aus der Gruppe der T-Lymphozyten große
Mengen entzündungsfördernder Botenstoffe ausschütteten,
strömten immer mehr Immunzellen in die Atemwege und blockierten
letztlich die Atmung.
Hussell und ihr Team fanden nun
einen Weg, diese Abwehrlawine einzudämmen, ohne gleichzeitig
die Schlagkraft der Immunantwort einzuschränken. Sind T-Zellen
durch die Influenza-Infektion aktiviert worden, produzieren sie
ein als OX40 bezeichnetes Protein. Dieses erhält ihren "Tatendrang"
aufrecht und lässt sie am Ort der Infektion verweilen. Indem
die Forscher OX40 mit einem Antikörper verknüpften,
konnten sie den zugehörigen Rezeptor auf den Immunzellen
blockieren.
Wurden mit Influenza-Viren vom
Typ A mit dem Doppelprotein behandelt, waren sie nach einigen
Tagen praktisch nicht mehr von gesunden Tieren zu unterscheiden,
berichten die Forscher im "Journal of Experimental Medicine".
Zwar verließen die aktivierten T-Zellen die Lungen relativ
schnell wieder. Da ständig neue Abwehrzellen nachströmten,
war die Abwehrkraft der Tiere jedoch nicht reduziert.
Hussell und ihre Kollegen hoffen,
dass diese Behandlung beim Menschen ähnlich gut funktioniert.
Das gleiche Prinzip könnte zudem auch bei anderen Krankheiten
helfen, bei denen der "Übereifer" des Immunsystems
Probleme bereitet.
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