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Biowaffen-Kritiker: US-Armee züchtet
«Spanische Grippe» nach
Die US-Armee hat nach Informationen
von Biowaffen- Kritikern das Virus der verheerenden «Spanischen
Grippe» von 1918 im Labor nachgezüchtet.
Hamburg (dpa) - Von der Öffentlichkeit
weitgehend unbemerkt seien Teile des Erregers im US Armed Forces
Institute of Pathology in Washington mit gentechnischen Methoden
erfolgreich rekonstruiert worden, berichtete das «Sunshine
Project» zur Ächtung von Biowaffen am Donnerstag in
Hamburg. Damit sei es erstmals gelungen, die tödlichen Eigenschaften
der «Spanischen Grippe» in Teilen wieder zu beleben.
Die bislang größte
länderübergreifende Grippe-Epidemie hatte 1918 rund
27 Millionen Menschen getötet. Das besonders aggressive Virus
gilt heute als ausgestorben. Armee-Forscher um Jeffrey Taubenberger
hätten jedoch Virusteile aus Gewebeproben von Opfern der
«Spanischen Grippe» isoliert und ein künstliches
Virus mit zweien dieser Gene geschaffen, berichtete das «Sunshine
Project». Dieser Erreger habe im Tierversuch eine verheerende
Wirkung gehabt. Als Ziel hätten die Forscher den Test heutiger
Grippemedikamente an dem aggressiven Stamm von 1918 angegeben.
Das Team berichtet unter anderem in der aktuellen Ausgabe des
Fachjournals «Emerging Infectious Diseases» (Bd. 9,
S. 1249) über eine Gensequenz der «Spanischen Grippe».
«Es ist völlig widersinnig,
einen gefährlichen Erreger künstlich herzustellen, nur
um dann eine Behandlung dagegen zu entwickeln», kritisierte
der Hamburger Biowaffen-Experte Jan van Aken vom «Sunshine
Project». Die genetische Analyse von Grippestämmen
habe ohne Zweifel eine wichtige Bedeutung für die medizinische
Grundlagenforschung, sagte er. «Aber das rechtfertigt nicht,
ausgerechnet den gefährlichsten aller Grippestämme,
der zudem seit langem ausgestorben ist, wieder zu beleben.»
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