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Pestizide aus dem Supermarkt
Obst und Gemüse aus Supermärkten ist
zum Teil erheblich mit gesundheitsgefährdenden Pestiziden
belastet. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace in einem umfangreichen
Test.
(vv) - Die Umweltorganisation Greenpeace hat 658 Obst- und Gemüseproben
aus Supermarktketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
auf Pestizid-Rückstände untersuchen lassen. Untersucht
wurden Birnen, Tafeltrauben, Pfirsiche/Nektarinen, Tomaten, Gurken,
Paprika, Karotten und Kopfsalat aus konventionellem Anbau. Das
Ergebnis: Nur ein Drittel aller Obst- und Gemüseproben aus
deutschen Supermärkten habe keine Pestizide enthalten, jede
zweite Probe war nicht empfehlenswert, aber noch nicht akut gesundheitsgefährdend.
Jede vierte Probe habe die Grenzwerte zum Teil deutlich überschritten.
In 100 Fällen, also bei 15 Prozent der Proben, seien die
gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten
worden, sagte Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace.
16 Proben hätten Extrembelastungen aufgewiesen, die für
Kleinkinder akut gesundheitsgefährdend seien. Darüber
hinaus bestehe bei 27 von 112 untersuchten deutschen Gemüseproben
der Verdacht, dass illegale Pestizide eingesetzt worden seien.
In allen diesen Fällen habe Greenpeace Anzeige bei den zuständigen
Behörden und Staatsanwaltschaften erstattet.
Obst und Gemüse der Handelskette Lidl und der zum Metro-Konzern
gehörenden Kette Real sei am stärksten mit Pestiziden
belastet gewesen. Der österreichische Marktführer Billa
schnitt, gefolgt vom deutschen Discounter Aldi, am besten ab.
Im Mittelfeld lagen laut Greenpeace Edeka/Spar, Tengelmann, Rewe
und der Regionalanbieter tegut.
"Pestizidbelastete Lebensmittel gefährden vor allem
Kinder. Sie können Hormonhaushalt und Immunsystem beeinträchtigen,
Krebs auslösen oder das Nervensystem schädigen",
sagte Kurt Müller vom Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner.
"Die steigenden Belastungen und zunehmende Pestizidcocktails
gefährden unsere Gesundheit."
Die getesteten Ketten decken nach den Angaben über drei
Viertel des deutschen Lebensmittelmarktes ab. Die Proben wurden
im September gekauft und auf etwa 300 Wirkstoffe getestet. Die
Ergebnisse veröffentlichte Greenpeace in dem kostenlosen
Ratgeber
"Pestizide aus dem Supermarkt" (PDF), der auch per
E-Mail
oder telefonisch unter 040-30618-120 bestellt werden kann.
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