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- 17.11.2005 -

 

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Treibhausgas-Ausstoß der Industrienationen steigt drastisch

Der Ausstoß von Treibhausgasen der Industrienationen hat in den letzten Jahren drastisch zugelegt. Dies zeigt die bisher umfassendste Untersuchung der Vereinten Nationen.

Hamburg (vv) - Die internationalen Abkommen zum Klimaschutz sind nach neuen Zahlen der Vereinten Nationen weitgehend wirkungslos. Die Industriestaaten werden demnach im Jahr 2010 fast 11 Prozent mehr Treibhausgase ausstoßen als 1990. Das berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf die bisher umfassendste Sammlung von Emissionsdaten, die das Bonner Uno-Klimasekretariat am Donnerstag vorstellte.

Zusammenbruch des Ostblocks schönte Statistik

Den „Schlüssel-Treibhausgas-Daten“ zufolge wurden die bisherigen Statistiken zum Treibhausgas-Ausstoß lediglich vom Zusammenbruch des früheren Ostblocks geschönt. Durch die Erneuerung von Industrie- und Energieanlagen sank der dortige Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 1990 und 2003 um 40 Prozent, so der Uno-Bericht. Deshalb gingen die Emissionen der entwickelten Länder weltweit in den Statistiken um sechs Prozent zurück. Doch inzwischen steigen die Emissionen auch in den ehemaligen Ostblockstaaten wieder an. Der Prognose des Klimasekretariates zufolge werden sie zwar 2010 noch immer um 18 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen. Doch die der westlichen Industriestaaten legen im selben Zeitraum – trotz aller Klimaschutzmaßnahmen – um fast 20 Prozent zu, wie der Bericht der Vereinten Nationen darlegt.

Treibhausgase: Deutschland hui, Spanien pfui

Unter den zehn Staaten mit den größten Zuwachsraten befinden sich gleich sechs Mitglieder der Europäischen Union: Spanien (plus 42 Prozent bis 2003), Portugal (+ 37%), Griechenland, Irland (beide + 26%), Finnland (+ 22%) und Österreich (+ 17%). Erst danach folgen die USA (+ 13%), auch wenn das Land nach wie vor die mit Abstand höchsten individuellen Treibhausgas-Emissionen aufweist. Unter den 15 Mitgliedern der „alten“ EU schneiden Deutschland (minus 18 Prozent) und Großbritannien (- 13%) am besten ab. Neben Schweden (- 2%) hat Großbritannien zudem sein im Kyoto-Protokoll festgesetztes Ziel bereits erreicht. Deutschland ist bei einer Vorgabe von minus 21 Prozent noch knapp davon entfernt.

Keine Reduktionspflicht für Entwicklungsländer

Den Länderreports zufolge hat das Baltikum die sauberste Weste in Sachen Klimabelastung. Litauen stieß 2003 zwei Drittel weniger Treibhausgase aus als noch 1990, Lettland 59 und Estland 51 Prozent. Andere frühere Ostblockstaaten wie Tschechien, Russland und Bulgarien schafften Reduktionen zwischen 24 und 50 Prozent.

Für seine Zwischenbilanz wertete das Klimasekretariat die Trendberichte von insgesamt 40 Industrie- und ehemaligen Ostblockstaaten aus. Einzig die Türkei lieferte bisher keine oder keine verwertbaren Zahlen. Für Entwicklungs- und Schwellenländer wie China und Indien bestehen derzeit weder eine Reduktions- noch eine Berichtspflicht.

 

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Der Ausstoß von Treibhausgasen der Industrienationen hat in den letzten Jahren drastisch zugelegt.

 

 Mehr Informationen:

UNFCCC

Spiegel Online

 

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