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Sport: Aussichtsreicher Kampf gegen die Pfunde?
Ausdauersportarten gelten als ideal, wenn es
darum geht, möglichst viel Körperfett abzubauen. Was
ist dran an diesen Empfehlungen?
(aid) - Fett, das ist der Stoff, aus dem die Pfunde sind, zumindest
die überflüssigen. Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren,
Nordic Walking, gelten als ideale Bewegungsformen, wenn es darum
geht, möglichst viel Körperfett abzubauen. Denn beim
Ausdauersport kann im Gegensatz zu Schnellkraft- und Spielsportarten
bei richtiger Belastungsintensität, sprich Pulsfrequenz,
schon während des Trainings Fett verbrannt werden. Vorausgesetzt,
es wird sich mindestens 30 Minuten bewegt. Denn erst danach könne
der Körper die Fette freisetzen, so lauten vielfach die Abnehmtipps.
Was dran ist an diesen Empfehlungen, erläuterte Prof. Klaus
Baum auf der 21. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft
im Oktober in Berlin.
Um Fette als Energiequelle beim Sport verbrennen zu können,
braucht der Körper besonders viel Sauerstoff. Je höher
die Belastungsintensität, desto knapper wird dieser Stoff.
Deshalb greift er nur bei geringen bis mittleren Belastungsintensitäten
auf die Energiereserve Fett zurück. Blutuntersuchungen an
Athleten zeigen, dass nach etwa 30 Minuten Ausdauersport vermehrt
freie Fettsäuren ins Blut strömen - ein Hinweis auf
verstärkten Abbau von Speicherfett. Doch was passiert mit
diesen Fettsäuren? Analysen der Zusammensetzung der Ausatmungsluft,
des so genannten respiratorischen Quotienten, zeigen keinen Anstieg
der Fettverbrennung; weder nach 30 Minuten noch zu einem anderen
Zeitpunkt im Verlauf von Ausdaueraktivitäten. So ist der
Anteil der Fette an der verbrannten Energie von der ersten bis
zur letzten Minute annähernd gleich. Über 60 Prozent
der Energie können bei mittleren Belastungsintensitäten
aus Fetten gewonnen werden.
Bei einem 10-km-Lauf eines 80 kg schweren Sportlers werden auf
diesem Weg etwa 50 bis 60 g Fett verbrannt. Das ist erschreckend
wenig. Wollte man nur damit sein Gewicht reduzieren, müsste
diese Person ca. zwanzigmal 10 km oder einmalig 200 km laufen,
um allein 1 kg Fett abzubauen. Die Bedeutung der direkten Fettverbrennung
während des Sports auf das Abnehmen ist demnach, so Prof.
Baum, eher gering. Studien über die Auswirkungen verschiedener
sportlicher Aktivitäten auf die Gewichtsreduktion zeigen,
dass sich das Körperfett durch Ausdauersport um zwei Prozent
verringern lässt, während eine Kombination aus Ausdauer-
und Krafttraining fünfmal mehr Fett (10 Prozent) zum Verschwinden
bringt. Der positive Effekt des Krafttrainings beruht auf einer
stärkeren Zunahme der Muskelmasse. Muskeln sind wesentlich
stoffwechselaktiver als Fettgewebe und setzen auch in Ruhe mehr
Kalorien um: Der Grundumsatz steigt. So verbraucht ein Kraftsportler
auch im Schlaf mehr Kalorien als ein gleichgewichtiger Ausdauersportler.
Grundsätzlich gilt: Wer abnehmen will, muss zusätzlich
die Energie(Kalorien-)zufuhr über die Nahrung drosseln. Das
funktioniert am besten, wenn viele nährstoffreiche und energiearme
Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte
auf dem Speiseplan stehen und vorsichtig mit fett- und zuckerreichen
Lebensmitteln umgegangen wird. Eine Steigerung des Energieverbrauchs
über körperliche Aktivitäten allein reicht für
ein erfolgreiches Abnehmen meist nicht aus.
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