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Grönland bald ohne Eis?
Die weltweiten Eisvorkommen sind sensibler für
die globale Klimaerwärmung als bisher angenommen, zeigen
Modellrechnungen.
(vv) - Ein Anstieg des Meeresspiegels wäre eine der gravierendsten
Konsequenzen aus einer erhöhten Konzentration an Treibhausgasen
in der Atmosphäre und der daraus resultierenden globalen
Klimaerwärmung. Ein völliges Abschmelzen des grönländischen
Inlandeises und der Eiskappe der Antarktis würde den Meeresspiegel
um etwa 70 Meter ansteigen lassen. Bereits heute erkennen Forscher
ein zunehmendes Abschmelzen der Gletscher auf Grönland. Dank
eines erhöhten Schneefalls in der Antarktis ist ein bedrohlicher
Anstieg des Meeresspiegels bisher jedoch ausgeblieben.

© Alfred-Wegener-Institut
Imposante Eislandschaft vor
Grönland
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Temperaturanstieg von 3 °C würde ausreichen
In einem jetzt im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten
Beitrag zeigen Wissenschaftler anhand von Modellrechnungen, dass
ein theoretischer Anstieg der globalen Temperatur von nur 3 °C
ausreichen würde, das Grönlandeis rapide abschmelzen
zu lassen. "Bleibt es bei dem derzeitigen Ausstoß von
Treibhausgasen in unsere Atmosphäre, könnte bereits
im Jahre 2050 dieser Prozess unwiderruflich in Gang gesetzt werden",
so Philippe Huybrechts, einer der Autoren des Artikels und Glaziologe
am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
in Bremerhaven. Der Schneefall in der Antarktis würde nach
dem 21. Jahrhundert demnach dann nicht mehr ausreichen, den Beitrag
Grönlands zum Anstieg des Meeresspiegels zu kompensieren.
Diese theoretische Möglichkeit, wie es in Zukunft um das
Klima, die Eisverteilung und die Höhe des Meeresspiegels
auf der Erde bestellt ist, mache deutlich, wie wichtig zuverlässige
Daten über das gesamte Eisvorkommen auf unserem Planeten
sind. Der Anfang Oktober beim Start verloren gegangene Satellit
CryoSat sollte der Wissenschaft ebensolche Daten liefern, um genauere
Aussagen über die klimatische Zukunft unseres Planeten treffen
zu können. Die Prognosen der Glaziologen machen klar, dass
ein Neustart von CryoSat für die Klimaforschung wichtiger
ist denn je, betont das Alfred-Wegener-Institut.
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