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Klimaerwärmung stärker als je zuvor
Nach Berechnungen des Max-Planck-Instituts für
Meteorologie wird sich das Klima in den kommenden hundert Jahren
so schnell ändern wie noch nie. Das haben die neuesten Klimamodellrechnungen
ergeben.
(vv) - Die Klimaforscher des Hamburger Max-Planck-Instituts haben
in einer Studie für den Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC)
berechnet, dass die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts
um vier Grad steigen und der Meeresspiegel durchschnittlich um
bis zu 30 Zentimeter ansteigen könnte. "Das ist der
stärkste Klimawandel, der in den letzten Millionen Jahren
auf der Erde im globalen Mittel aufgetreten ist", betonte
Klimaforscher Prof. Hartmut Graßl am Donnerstag. Im Sommer
rechnen die Wissenschaftler unter bestimmten Bedingungen mit dem
vollständigen Abschmelzen des Meereises in der Arktis. Für
Europa wird eine Zunahme von trockeneren und wärmeren Sommern
erwartet, aber auch mehr extreme Hochwasserereignisse durch Starkniederschläge.
Mit aufwändigen Modellen konnten die Klimaforscher die Vermutungen
der vergangenen Jahre bestätigen, dass "der Mensch einen
großen und bislang nie da gewesenen Einfluss auf unser Klimageschehen
hat und die globale Erwärmung fortschreitet". In Europa
werden den Berechnungen zufolge die Sommer wärmer und trockner.
Extremereignisse wie Starkniederschläge mit Hochwasserereignissen
als Folge gehen mit einer erwärmten Atmosphäre einher.
Auch die Winter werden wärmer und feuchter werden.
Eis in der Arktis schmilzt
In der Arktis könnten die Eisbären im Sommer nicht
mehr von Eisscholle zu Eisscholle wandern, da es diese wegen des
schmelzenden Meereises unter bestimmten Bedingungen vermutlich
nicht mehr geben werde. Die Forstwirtschaft werde in fast allen
Teilen der Erde andere als bislang übliche Baumarten bewirtschaften
müssen.
Zur Überprüfung der eigenen Klimamodellrechnungen hatten
die Forscher zunächst das Klima der vergangenen Jahrhunderte
simuliert und die Ergebnisse mit dem realen Klimageschehen verglichen.
"Auf diese Weise konnten die theoretischen Modelle der Wirklichkeit
angepasst werden", sagte Prof. Jochem Marotzke, Geschäftsführender
Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie. "Dafür
haben wir den größten Klimarechner Europas am Deutschen
Klimarechenzentrum eingesetzt".
Das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie ist eines
der weltweit führenden Klimaforschungseinrichtungen und war
in den vergangenen zwei Jahren mit etwa 50 Wissenschaftlern und
einem finanziellen Aufwand in Höhe von knapp 10 Millionen
Euro an dem Forschungsprojekt beteiligt.
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