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Treibhausgase unterirdisch speichern?
Das Forschungsministerium läßt die
Möglichkeiten zur unterirdischen Speicherung des Treibhausgases
Kohlendioxid erforschen.
(vv) - Kohlendioxid (CO2) gilt als eines der gefährlichsten
Treibhausgase. Weltweit machen sich Klimaexperten daher Gedanken,
wie es entschärft werden kann. Eine mögliche Schlüsseltechnologie
könnte die unterirdische Lagerung von CO2 sein. Das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) fördert nun zehn interdisziplinäre
Forschungsverbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft mit knapp
7,5 Millionen Euro. Ziel der zunächst auf drei Jahre ausgelegten
Forschungsvorhaben ist es, die technologischen, ökologischen
und ökonomischen Perspektiven einer unterirdischen Lagerung
dieses Treibhausgases zu prüfen. Dies teilte das Koordinierungsbüro
Geotechnologien in Potsdam mit.
Kohle auch zukünftig wichtiger Energieträger
Kohle wird auch in einem zukünftigen Energiemix Deutschlands
eine maßgebliche Rolle spielen. Vor dem Hintergrund einer
nachhaltigen Energiewirtschaft ist dies jedoch nur dann möglich,
wenn das CO2, das bei ihrer Nutzung entsteht, minimiert oder erst
gar nicht in die Atmosphäre gelangt. Die Abscheidung des
Treibhausgases aus den Kraftwerksdämpfen und seine unterirdische
Speicherung wird von vielen Experten inzwischen als eine Schlüsseltechnologie
angesehen, dieses Ziel zu erreichen. Aus Sicht des Rates für
Nachhaltige Entwicklung könnte sie eine "wichtige Brücke
für die Nutzung fossiler Energieträger ins Zeitalter
der regenerativen Energien bauen".
Vielzahl potenzieller Speicher
In Deutschland bieten sich für eine unterirdische CO2-Speicherung
beispielsweise tiefliegende Erdgas - und Erdölfelder an,
deren Produktivität durch das Einpressen von CO2 sogar noch
gesteigert werden könnte. Ebenso könnten in großer
Tiefe auftretende salzwasserführende Formationen und Kohleflöze
als potenzielle Speicher genutzt werden. Aber auch eher unkonventionelle
Speicheroptionen sollen im Rahmen des Forschungsprogramms geprüft
werden. Hierzu zählen beispielsweise die Umwandlung des flüchtigen
CO2 in feste kalksteinartige Verbindungen oder die mikrobielle
Umwandlung von CO2 in Erdgas.
Technologie könnte sich auch wirtschaftlich
lohnen
Nach Meinung von Experten könnte sich die Technologie auch
wirtschaftlich lohnen - trotz erhöhter Stromgestehungskosten,
die mit der Abspaltung und Lagerung von CO2 verbunden wären.
So errechnete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
kürzlich, dass eine Stromerzeugung aus emissionsfreien Kohlekraftwerken
ab einem Zertifikatpreis von über 30 Euro pro Tonne wirtschaftlich
werden könnte. Auch die großtechnische Anwendung -
Experten rechnen in ungefähr 10 - 15 Jahren damit - und die
Exportchancen eröffnen interessante wirtschaftliche Perspektiven,
meint das Koordinierungsbüro Geotechnologien.
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