vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k


- 21.09.2005 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Treibhausgase unterirdisch speichern?

Das Forschungsministerium läßt die Möglichkeiten zur unterirdischen Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid erforschen.

(vv) - Kohlendioxid (CO2) gilt als eines der gefährlichsten Treibhausgase. Weltweit machen sich Klimaexperten daher Gedanken, wie es entschärft werden kann. Eine mögliche Schlüsseltechnologie könnte die unterirdische Lagerung von CO2 sein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert nun zehn interdisziplinäre Forschungsverbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft mit knapp 7,5 Millionen Euro. Ziel der zunächst auf drei Jahre ausgelegten Forschungsvorhaben ist es, die technologischen, ökologischen und ökonomischen Perspektiven einer unterirdischen Lagerung dieses Treibhausgases zu prüfen. Dies teilte das Koordinierungsbüro Geotechnologien in Potsdam mit.

Kohle auch zukünftig wichtiger Energieträger

Kohle wird auch in einem zukünftigen Energiemix Deutschlands eine maßgebliche Rolle spielen. Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Energiewirtschaft ist dies jedoch nur dann möglich, wenn das CO2, das bei ihrer Nutzung entsteht, minimiert oder erst gar nicht in die Atmosphäre gelangt. Die Abscheidung des Treibhausgases aus den Kraftwerksdämpfen und seine unterirdische Speicherung wird von vielen Experten inzwischen als eine Schlüsseltechnologie angesehen, dieses Ziel zu erreichen. Aus Sicht des Rates für Nachhaltige Entwicklung könnte sie eine "wichtige Brücke für die Nutzung fossiler Energieträger ins Zeitalter der regenerativen Energien bauen".

Vielzahl potenzieller Speicher

In Deutschland bieten sich für eine unterirdische CO2-Speicherung beispielsweise tiefliegende Erdgas - und Erdölfelder an, deren Produktivität durch das Einpressen von CO2 sogar noch gesteigert werden könnte. Ebenso könnten in großer Tiefe auftretende salzwasserführende Formationen und Kohleflöze als potenzielle Speicher genutzt werden. Aber auch eher unkonventionelle Speicheroptionen sollen im Rahmen des Forschungsprogramms geprüft werden. Hierzu zählen beispielsweise die Umwandlung des flüchtigen CO2 in feste kalksteinartige Verbindungen oder die mikrobielle Umwandlung von CO2 in Erdgas.

Technologie könnte sich auch wirtschaftlich lohnen

Nach Meinung von Experten könnte sich die Technologie auch wirtschaftlich lohnen - trotz erhöhter Stromgestehungskosten, die mit der Abspaltung und Lagerung von CO2 verbunden wären. So errechnete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kürzlich, dass eine Stromerzeugung aus emissionsfreien Kohlekraftwerken ab einem Zertifikatpreis von über 30 Euro pro Tonne wirtschaftlich werden könnte. Auch die großtechnische Anwendung - Experten rechnen in ungefähr 10 - 15 Jahren damit - und die Exportchancen eröffnen interessante wirtschaftliche Perspektiven, meint das Koordinierungsbüro Geotechnologien.

 

 Seite drucken

 Hinweis versenden


© ArtToday

Kohlendioxid gilt als eines der gefährlichsten Treibhausgase.

 

 Mehr Informationen:

Koordinierungsbüro Geotechnologien

CO2-Sequestrierung

Wuppertal Institut: Klimaschutz durch CO2-Abscheidung und -Speicherung

Die Zeit: Treibhausgas wird tiefgestapelt

 

 Lesen Sie auch:

Auf dem Weg zum emissionsfreien Kohlekraftwerk?

Kohlekraftwerk ohne Emissionen?

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2005
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung