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Gischt beschleunigt Hurrikane
Gischt bringt Hurrikane offenbar wie ein Turbo
auf Touren, haben Mathematiker entdeckt. Sie glauben, durch das
Versprühen öliger Substanzen über dem Meer die
Macht der Wirbelstürme brechen zu können.
Hamburg (vv) - Wenn tropische Wirbelstürme von hoher See
kommend auf Festland treffen, hinterlassen sie, wie gerade wieder
in New Orleans geschehen, eine Spur der Verwüstung. Jetzt
haben drei Mathematiker von der University
of Berkeley in Kalifornien und vom Schirschow Ozeanologie-Institut
in Moskau einen Faktor ausfindig gemacht, der Hurrikane offenbar
erst wie ein Turbo auf Touren bringt: die Gischt.
Einem Bericht
in der Oktober-Ausgabe des Magazins "Geo" zufolge
bremst das Meer Stürme normalerweise ab, da die Luft an der
Wasseroberfläche verwirbelt wird. Diese Turbulenzen, so zeigten
die Berechnungen, werden durch die Gischt - ein Tröpfchen-Gemisch
aus Luft und aufgepeitschtem Wasser - verringert. Und das hat
zur Folge, dass Stürme fast ohne Reibungsverluste über
den Ozean fegen können. Harmlose Winde können sich so
bis auf das Achtfache ihrer ursprünglichen Geschwindigkeit
beschleunigen.
Kann man Wirbelstürme bändigen?
Die Mathematiker schlagen daher vor, besonders von Wirbelstürmen
betroffene Meeresregionen vom Flugzeug aus mit rasch abbaubaren
und unschädlichen öligen Substanzen zu besprühen.
Diese könnten die Reibung an der Wasseroberfläche wieder
erhöhen und dadurch ein Anwachsen der Gischt verhindern.
Von einer solchen Sturmbremse halten Klimaforscher indes wenig:
Hurrikane seien viel zu stark und unberechenbar, als dass man
sie auf diese Weise stoppen könne.
Nach Wegen, Hurrikane zu beeinflussen, sucht auch der Atmosphärenforscher
Ross N. Hoffman von der Firma Atmospheric and Environmental Research
in Lexington. Bei Simulationen am Computer hätten sich Temperaturveränderungen
im Anfangsstadium am Auge des Hurrikans als hilfreich erwiesen.
Das Ergebnis seien weniger starke Zerstörungen gewesen, berichtet
"Spiegel
Online". Dazu wären jedoch riesige Energiemengen
nötig. Hoffman schlägt zu ihrer Erzeugung Solarkraftwerke
im Weltall vor, die gezielt Mikrowellen zur Erde senden und so
die Temperatur im Hurrikan an einigen Stellen erhöhen. Wie
es in Zukunft gelingen könnte, Hurrikane
an der Leine (pdf-Datei) zu führen, beschreibt Hoffman
in der Zeitschrift "Spektrum
der Wissenschaft".
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