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- 20.09.2005 -

 

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Gischt beschleunigt Hurrikane

Gischt bringt Hurrikane offenbar wie ein Turbo auf Touren, haben Mathematiker entdeckt. Sie glauben, durch das Versprühen öliger Substanzen über dem Meer die Macht der Wirbelstürme brechen zu können.

Hamburg (vv) - Wenn tropische Wirbelstürme von hoher See kommend auf Festland treffen, hinterlassen sie, wie gerade wieder in New Orleans geschehen, eine Spur der Verwüstung. Jetzt haben drei Mathematiker von der University of Berkeley in Kalifornien und vom Schirschow Ozeanologie-Institut in Moskau einen Faktor ausfindig gemacht, der Hurrikane offenbar erst wie ein Turbo auf Touren bringt: die Gischt.

Einem Bericht in der Oktober-Ausgabe des Magazins "Geo" zufolge bremst das Meer Stürme normalerweise ab, da die Luft an der Wasseroberfläche verwirbelt wird. Diese Turbulenzen, so zeigten die Berechnungen, werden durch die Gischt - ein Tröpfchen-Gemisch aus Luft und aufgepeitschtem Wasser - verringert. Und das hat zur Folge, dass Stürme fast ohne Reibungsverluste über den Ozean fegen können. Harmlose Winde können sich so bis auf das Achtfache ihrer ursprünglichen Geschwindigkeit beschleunigen.

Kann man Wirbelstürme bändigen?

Die Mathematiker schlagen daher vor, besonders von Wirbelstürmen betroffene Meeresregionen vom Flugzeug aus mit rasch abbaubaren und unschädlichen öligen Substanzen zu besprühen. Diese könnten die Reibung an der Wasseroberfläche wieder erhöhen und dadurch ein Anwachsen der Gischt verhindern. Von einer solchen Sturmbremse halten Klimaforscher indes wenig: Hurrikane seien viel zu stark und unberechenbar, als dass man sie auf diese Weise stoppen könne.

Nach Wegen, Hurrikane zu beeinflussen, sucht auch der Atmosphärenforscher Ross N. Hoffman von der Firma Atmospheric and Environmental Research in Lexington. Bei Simulationen am Computer hätten sich Temperaturveränderungen im Anfangsstadium am Auge des Hurrikans als hilfreich erwiesen. Das Ergebnis seien weniger starke Zerstörungen gewesen, berichtet "Spiegel Online". Dazu wären jedoch riesige Energiemengen nötig. Hoffman schlägt zu ihrer Erzeugung Solarkraftwerke im Weltall vor, die gezielt Mikrowellen zur Erde senden und so die Temperatur im Hurrikan an einigen Stellen erhöhen. Wie es in Zukunft gelingen könnte, Hurrikane an der Leine (pdf-Datei) zu führen, beschreibt Hoffman in der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft".

 

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© ArtToday

Gischt beschleunigt Stürme wie ein Turbo.

 

 Mehr Informationen:

GEO

University of California, Berkeley

Spektrum der Wissenschaft: Hurrikane an der Leine (PDF)

SPIEGEL ONLINE: Atmosphäre: US-Forscher will Hurrikane bändigen

 

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