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Starke Luftverschmutzung in China, bessere Luft in Europa
Das starke Wachstum der chinesischen Wirtschaft
verschlechtert die dortige Luftqualität ergeblich, zeigen
Satellitendaten. In Europa und den USA dagegen geht die Luftverschmutzung
zurück.
(vv) - Zwischen 1996 und 2002 haben sich die Mengen von Stickstoffdioxid
über den industrialisierten Gebieten von China um 50 % erhöht.
Gleichzeitig war über Europa und Teilen der USA eine deutliche
Verbesserung der Luftqualität zu beobachten. Dies beobachteten
Wissenschaftler der Universität Bremen, des Max-Planck Instituts
in Hamburg und des französischen CNRS mit Messinstrumenten
an Bord der Satelliten Envisat und ERS-2.
Die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature"
veröffentlichte Studie zeigt, dass das rasante Wachstum der
chinesischen Wirtschaft zu einem Anstieg des Luftschadstoffes
Stickstoffdioxid geführt hat und sich dadurch die Luftqualität
dort dramatisch verschlechtert. Und der Anstieg werde sich voraussichtlich
weiter fortsetzen. Bisherige Abschätzungen für China
hätten diese Zunahme stets zu niedrig angesetzt, schreiben
die Forscher - erst die genaueren Satellitenmessungen machten
das ganze Ausmaß deutlich.

© Institut für Umweltphysik,
Universität Bremen
Mittlere Werte der Stickstoffdioxid-Konzentration
über Asien für den Zeitraum Dezember 2003 bis
November 2004
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Chinas Bevölkerung - rund 1,3 Milliarden Einwohner oder
20 % der Weltbevölkerung - hat sich in den vergangenen 100
Jahren mehr als verdoppelt. China ist die drittgrößte
Volkswirtschaft der Erde. Sie hatte zwischen 1999 und 2003 ein
Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 8 % pro Jahr. Der Energieverbrauch
wächst stark. Er liegt zur Zeit pro Kopf jedoch erst bei
etwa einem Neuntel des Wertes der USA. Die Anzahl der Fahrzeuge
pro Kopf liegt ebenfalls weit unter dem Weltdurchschnitt - hat
sich aber zwischen 1995 und 2002 auf 20,5 Millionen verdoppelt.

© Institut für Umweltphysik,
Universität Bremen
Mittlere Werte der Stickstoffdioxid-Konzentration
über Europa für den Zeitraum Dezember 2003 bis
November 2004
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In den meisten Industrieländern stagnierten hingegen die
Stickstoffdioxid-Konzentrationen oder nahmen sogar deutlich ab.
Dies sei auf die in den vergangen Jahren umgesetzten Umweltschutzmaßnahmen
zum Beispiel in Kraftwerken und Automotoren sowie auf den Einsatz
sauberer Brennstoffe zurückzuführen, schreiben die Wissenschaftler.
Stickstoffdioxid ist ein gesundheitsschädliches Gas. Es
verursacht Atemwegsprobleme und Lungenschädigungen. Zusammen
mit anderen Stickoxiden entsteht es hauptsächlich in Verbrennungsprozessen
- etwa in Kraftwerken, Automotoren oder bei Waldbränden.
Daneben tragen Stickoxide auch zum Sommersmog und zur Entstehung
des sauren Regens bei.
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