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Forscher: Mehr Kohlendioxid bringt Bäume nicht zum Wachsen
Entgegen bisheriger Hoffnungen von Forschern
und Politikern kurbelt der Anstieg von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre
das Waldwachstum nicht an.
(vv) - Bäume wachsen nicht schneller, wenn sie einer Umgebung
mit erhöhtem Gehalt an Kohlendioxid (CO2) ausgesetzt sind.
Dies ergab ein weltweit einmaliger Langzeitversuch, den Pflanzenökologen
der Universität Basel mit Hilfe eines 45 Meter hohen Krans
durchführten. Erste Resultate wurden in der jüngsten
Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science" veröffentlicht.
Pflanzen brauchen Kohlendioxid zum Wachsen. Durch die Verbrennung
fossiler Energieträger und Waldrodungen ist die CO2-Konzentration
in der Luft in den letzten 150 Jahren um ein Drittel gestiegen
und wird sich in 50 bis 60 Jahren verdoppelt haben. Ob das Wachstum
von Wäldern davon profitieren wird, war bisher unklar. Bisherige
Freilandexperimente mit jungen, raschwüchsigen Baumplantagen,
ergaben eine viel kleinere Wachstumsstimulierung, als von früheren
Experimenten in Gewächshäusern erwartet wurde.
Einer Forschungsgruppe des Botanischen Instituts der Universität
Basel ist es nun gelungen, einen naturnahen Waldbestand aus 35
Meter hohen, fast hundertjährigen Bäumen in eine CO2-reiche
Zukunft zu versetzen. Dabei wurden die Baumkronen unter erhöhtes
Kohlendioxid gesetzt. Das aufwändige Experiment ergab nach
vier Jahren keinerlei Wachstumsförderung. Die CO2-angereicherten
Bäume nahmen zwar über die Photosynthese ihrer Kronen
deutlich mehr Kohlendioxid auf, die zusätzlichen Photosyntheseprodukte
wurden aber nicht zum Wachsen benutzt, sondern über die Atmung
von Wurzeln und Boden-Mikroorganismen rasch wieder ausgeschieden.
Obwohl bei einem Experiment von einer solchen Grössenordnung
noch kein abschliessendes Urteil möglich sei, deuteten die
ersten Befunde auf eine CO2-Sättigung unserer Wälder
hin, so die Basler Forscher. Hoffnungen, dass die laufende Freisetzung
von Kohlendioxid durch den Menschen das Waldwachstum ankurbeln
könnte, dürften damit zu Illusionen werden. Für
Projektleiter Prof. Christian Körner kommt dieses Resultat
nicht ganz überraschend: "Es braucht zum Leben eben
mehr als nur Kohlenstoff, weshalb Vorhersagen auf Grund von Experimenten
mit jungen Pflanzen, die unter optimalen Bedingungen wuchsen,
irreführend sind.
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