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Zugspitz-Gletscher in 20 Jahren verschwunden
Spätestens in 20 Jahren sind die Gletscher
auf der Zugspitze abgeschmolzen, sagt der bayerische Umweltminister.
Er führt das auf die Klimaerwärmung zurück und
fordert größere Anstrengungen beim Klimaschutz.
(vv) - Spätestens in 20 Jahren sind die Zugspitz-Gletscher
abgeschmolzen. Diese Befürchtung äußerte Bayerns
Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Donnerstag in der Klimaforschungsstation
Schneefernerhaus auf der Zugspitze. Schnappauf stellte ein ''High-Tech-Thermometer''
vor, das Temperaturen in 80 Kilometern Höhe über der
Erde misst. Damit werden von der bayerischen Zugspitze aus die
weltweiten Satellitendaten zur Klimaerwärmung auf Genauigkeit
gegengecheckt.
Die fünf bayerischen Gletscher sind nach Angaben des Umweltministeriums
von 329 Hektar um 1850 auf 98 Hektar geschrumpft; in zehn bis
zwanzig Jahren würden sie ganz verschwunden sein. Anstelle
von Schnee werde künftig im Winterhalbjahr vermehrt Regen
erwartet - mit dramatischen Folgen für die Tourismusbranche.
Angesichts der "ungeheueren Dramatik des Gletscherschwunds"
forderte Schnappauf eine Forcierung der internationalen Klimaschutz-Anstrengungen.
Denn nur eine weltweite Verringerung des klimaschädlichen
Kohlendioxids (CO2) könne die Klimaerwärmung stoppen.
Schnappauf: "Im gesamten Alpenraum ist es in den letzten
70 Jahren im Schnitt um bis zu 2 Grad wärmer geworden. Die
Gletscher schmelzen deshalb immer mehr ab."
Laut Minister genügen lokale und regionale Kraftanstrengungen
zum Schutz des Weltklimas nicht. Die bestehenden Klimaschutzvereinbarungen
müssen rasch zu einer ''Kyoto-Plus-Initiative'' weiter entwickelt
werden, in der die weltgrößten CO2-Produzenten sowie
Schwellen - und Entwicklungsländer eingebunden sind. Für
Deutschland regte Schnappauf eine "bundesweite Klima-Allianz
nach bayerischem Vorbild" an.

© stock.xchng
Blick von der Zugspitze
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"Klimaschutz statt Gletscherpflaster"
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestierte am gleichen
Tag am Pitztaler Gletscher in Österreich gegen das "Versagen
der Klimapolitik". In 3000 Meter Höhe entrollten Aktivisten
aus Österreich und Deutschland auf dem Gletscher ein Transparent
mit der Aufschrift "Klimaschutz statt Gletscherpflaster".
Das Transparent befestigten sie auf der riesigen Abdeckfolie mit
der das Abschmelzen des Gletschers verhindern werden soll.
Greenpeace forderte statt solcher "Gletscherpflaster",
den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren, um
die Klimaerwärmung aufzuhalten. Bei fortschreitender Erhöhung
der weltweiten Treibhausgas-Emissionen könnten die Gletscher
der Alpen bereits zwischen 2050 und 2080 komplett verschwunden
sein, befürchtet die Umweltorganisation.
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