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- 15.07.2005 -

 

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Wälder lösen Klimaproblem nicht

Viel weniger als bislang angenommen sind die Wälder der Erde dazu geeignet, die von der Menschheit ausgestoßenen Treibhausgase aufzunehmen.

(vv) - Wer gehofft hatte, die ausgedehnten Waldgebiete der Erde könnten die von der Menschheit ausgestoßenen Treibhausgase reduzieren helfen und einige Länder von der lästigen Pflicht befreien, die Emission von Kohlendioxid oder Methan zu senken, wurde nun eines Besseren belehrt. "Die Hypothese, dass große Waldgebiete wie die sibirische Taiga als riesige Kohlenstoffsenken fungieren und maßgeblich helfen, Treibhausgase aus der Luft zu ziehen, konnten wir nicht bestätigen", sagte Christiane Schmullius. Die Fernerkundungsexpertin der Universität Jena koordiniert das SIBERIA-II-Projekt zur Treibhausgasbilanzierung in Sibirien, dessen Ergebnisse am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

 


© Scheere/Fotozentrum Uni Jena

Prof. Christiane Schmullius vor einer Karte, die die Waldbrände im Untersuchungsgebiet verzeichnet. Allein 2003 verbrannte eine Fläche von der Größe der ehemaligen DDR.

 

Das Konsortium von Wissenschaftlern aus 14 Forschungseinrichtungen von sieben Ländern dokumentierte erstmals mit Hilfe von Satellitendaten das Zusammenspiel zwischen globaler Erwärmung, Kohlenstoffkreislauf und Vegetation. Dabei wurden die Daten von zwölf Satelliten zusammengeführt. Die Daten wurden dann in Klimamodelle integriert und an der sibirischen Wirklichkeit getestet.

Dort ist die durchschnittliche Oberflächentemperatur seit 1960 um drei Grad gestiegen. Mit der Folge, dass die Tau- und Wachstumsperiode früher einsetzt. Doch was danach klingt, als würden eifrig sprießende Pflanzen nun mehr Treibhausgase aufnehmen, verkehrt sich auf lange Sicht gesehen in sein Gegenteil. Die Pflanzen wachsen besser, aber die Zersetzung des organischen Kohlenstoffs im Boden wird stärker, mit der Folge, dass mehr Kohlenstoff freigesetzt als aufgenommen wird.

Entstehen im Frühjahr während der Schneeschmelze große Überschwemmungsgebiete, so sorgen Mikroorganismen unter Luftabschluss für eine ungewöhnlich hohe Methangasproduktion, auch Methan ist ein Treibhausgas. Da die Schneeschmelze jetzt früher einsetzt und größere Gebiete umfasst, prognostizieren die Forscher einen Anstieg der Treibhausgasemissionen.

"Das alles trägt mit dazu bei, dass die Taiga insgesamt weniger Treibhausgase speichert, als wir bisher angenommen haben", erklärte Schmullius. Dass ein verstärktes Wachstum der Wälder nicht die alleinige Lösung des Klimaproblems sei, stehe damit fest.

 

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 Mehr Informationen:

SIBERIA-II- Projekt


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