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- 04.07.2005 -

 

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Die Ozeane werden saurer

Das Treibhausgas Kohlendioxid führt zu einer Ansäuerung der Ozeane mit unvorhersehbaren Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt in den Weltmeeren.

(vv) - "Der Kohlendioxid-Ausstoß muss deutlich gesenkt werden, sonst ist die fortschreitende Ansäuerung der Ozeane nicht mehr aufzuhalten." Das fordert ein Bericht der britischen Royal Society, der jetzt veröffentlicht wurde. Die Ansäuerung der Meere könnte unvorhersehbare Folgen für die marine Flora und Fauna, das globale Klima und letztendlich auch für die Menschen haben.

In den oberen und artenreichen Regionen der Ozeane herrscht derzeit ein pH-Wert von 8,2. Der Bericht der internationalen Arbeitsgruppe prophezeit jedoch, dass er bis zum Jahr 2100 um bis zu 0,5 Einheiten gesunken sein wird. Der Wert läge damit zwar immer noch im alkalischen Bereich, doch welche Folgen diese Verschiebung in die saure Richtung für die empfindlichen marinen Ökosysteme konkret haben würde, ist im Moment noch nicht abzusehen.

Forscher: "Emissionen vermindern"

Verantwortlich für die Ansäuerung der Ozeane ist das Treibhausgas Kohlendioxid. Die Ozeane nehmen es aus der Atmosphäre auf wie ein Schwamm, im Meerwasser wird es gelöst und bildet dabei Säure. Gegenwärtig zieht der Ozean jährlich für jeden auf der Erde lebenden Menschen circa eine Tonne Kohlendioxid aus der Atmosphäre, der pH-Wert ist dadurch bereits heute schon leicht gesunken.

Neben dem Klimawandel liefert damit die Ansäuerung der Ozeane ein weiteres und dringliches Argument zur Reduzierung des globalen Ausstoßes von Kohlendioxid. "Werden die Emissionen nicht erheblich vermindert" so John Raven von der schottischen University of Dundee, "wird es in den Ozeanen der Zukunft keinen Platz mehr geben für viele der Arten und Ökosysteme, die wir heute kennen."

Korallenriffe bedroht

Meereslebewesen wie Korallen, Muscheln, Seeigel und Seesterne würden wahrscheinlich am meisten leiden, denn der höhere Säuregrad mache es ihnen schwer, ihre harten Skelette und Schalen aus Kalziumkarbonat zu formen und zu erhalten. Klimawandel und Ansäuerung der Ozeane gemeinsam, das zeigten selbst die gemäßigten Vorhersagen aus dem Bericht der Royal Society, könnten dazu führen, dass Korallen an tropischen und subtropischen Riffen wie dem Great Barrier Reef bereits im Jahr 2050 stark dezimiert sein werden.

Plankton verliert seine schützende Struktur

Seit Millionen von Jahren hat sich laut den Forschern die Chemie der Meere nicht so rasant verändert wie heute. "Wir wissen schlicht und ergreifend nicht", sagt Ulf Riebesell vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel, "ob die Lebewesen in den Meeren - die ja ohnehin schon durch den allgemeinen Klimawandel beeinträchtigt sind - auch noch diese Veränderung verkraften können."

Riebesell konnte in seinen Untersuchungen sehen, was für viele Planktonarten - Nahrungsgrundlage für alles Leben im Meer - vermutlich Ende dieses Jahrhunderts schon Realität sein wird. Das Plankton sei dann nicht mehr in der Lage, seine schützende Struktur aus Kalziumkarbonat zu bilden. Welche Konsequenzen das für die gesamten marinen Nahrungsnetze, die Produktivität und Biodiversität im Meer haben werde, sei im Moment noch nicht abzusehen.

 

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Die Ozeane werden saurer.

 

 Mehr Informationen:

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften

 

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