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Klimasimulation: Sahelzone droht eine neue Dürre
Westafrika droht in den nächsten 20 Jahren
eine verheerende Dürre, sollte die Zerstörung der Wälder
weiter voran schreiten.
(vv) - Zu dieser Prognose kommen Meteorologen der Universität
Bonn, die das Klimageschehen in den Ländern südlich
der Sahara mit verbesserten Klimamodell-Prognosen simuliert haben.
Demnach ist der Einfluss der Vegetationsbedeckung auf das Klima
in der Sahelzone zumindest mittelfristig viel größer
als der des Treibhauseffekts.
Nach Berechnungen des Bonner Geographen Heiko Paeth könnte
die jährliche Niederschlagsmenge in Benin, Guinea oder Mali
in den nächsten 20 Jahren um mehr als 100 Millimeter abnehmen
- das wäre je nach Region bis zu einem Viertel weniger als
heute. Gleichzeitig steigen nach den Untersuchungen die Temperaturen
im Sommer und Herbst um zwei bis drei Grad. Die Extremwerte lägen
dann sogar sieben Grad höher als heute - eine zusätzliche
Gefahr für Pflanze, Tier und Mensch.
"Gerade für das regionale Klima ist die Vegetationsbedeckung
ein extrem wichtiger Einflussfaktor. Das gleiche gilt für
die Bodendegradation - dass also beispielsweise aufgrund der zunehmenden
Verdichtung und Versiegelung des Bodens weniger Niederschlag versickert",
betont Paeth. Mithilfe des "Regionalen Klimamodells"
(REMO) errechneten die Bonner Wissenschaftler erschreckende Ergebnisse:
Zwar könnte der Treibhauseffekt den Küstenregionen Westafrikas
einen stärkeren Monsunregen bringen. In der ohnehin schon
trockenen Sahelzone ginge der Niederschlag dagegen weiter zurück.
"Resultat könnte sein, dass viele Menschen aus den Trockengebieten
in den feuchteren Süden ziehen und dort den Bevölkerungsdruck
weiter erhöhen", befürchtet Paeth.

© Tobias El-Fahem
Kinder in Benin beim Wasserholen
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Wälder reichen das Wasser weiter
Der Verlust der Vegetationsdecke würde sogar zu noch dramatischeren
Niederschlagseinbußen führen. Gerade Gebiete wie das
Kongobecken, die sich im Moment noch nicht über Regenmangel
beklagen könnten, müssten dann mit einem starken Rückgang
rechnen. Dieser fällt laut REMO umso größer aus,
je stärker die Pflanzendecke geschädigt wird. Grund:
Die Pflanzen halten den lebenswichtigen Kreislauf aus Verdunstung
und Niederschlag im Gang. Gerade Wälder geben Tag für
Tag riesige Wassermengen an die Luft ab. In ihrer Umgebung fällt
daher erheblich mehr Regen - Wälder reichen das Wasser gewissermaßen
weiter.
"Wenn die Länder Westafrikas nicht durch eine schonende
Landnutzung gegensteuern, droht ihnen bis 2020 mit großer
Wahrscheinlichkeit die nächste Dürre", befürchtet
Paeth. Ganz sicher ist das allerdings nicht; dazu sei REMO noch
zu ungenau.
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