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"Global Brigthening"- wieder mehr Sonnenlicht
Die Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche
nimmt wieder zu, haben Schweizer Forscher ermittelt. Dies hat
massgebliche Folgen für das Klima.
(vv) - Das Sonnenlicht an der Erdoberfläche hat seit Beginn
der weltweiten Messreihen anfangs der 1960er Jahre markant abgenommen.
Bei diesem Phänomen sprechen Wissenschaftler allgemein von
"global dimming". Forscher der ETH Zürich konnten
nun zeigen, dass diese Abschwächung der Sonnenstrahlung seit
Mitte der 80er Jahre nicht mehr erkennbar ist, sondern dass die
Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche wieder zunimmt. Dies
hat massgebliche Folgen für das Klima. Die Resultate ihrer
Analysen publizieren die ETH-Forscher in der neuesten Ausgabe
der Zeitschrift "Science".
Die Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche wird seit den
60er Jahren an auf der ganzen Welt verteilten Standorten gemessen.
Die umfangreichen Messreihen wurden über Jahre am Institut
für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich zusammengetragen.
Die ETH Zürich ist der Sitz der zwei wichtigsten Datenbanken
für weltweit am Erdboden durchgeführte Strahlungsmessungen.
Abschwächung der Sonneneinstrahlung bis
1990
Basierend auf den ETH-Daten kamen verschiedene Studien zum Schluss,
dass das Sonnenlicht an der Erdoberfläche seit Beginn der
weltweiten Messreihen anfangs der 1960er Jahre markant abgenommen
hat. Man spricht dabei von "global dimming". Als mögliche
Erklärung für dieses Phänomen wurde die zunehmende
Trübung der Atmosphäre aufgrund der verstärkten
Luftverschmutzung angeführt. Die Grundlage für diese
Studien bildeten allerdings Beobachtungsdaten ausschliesslich
für die Zeit vor 1990. Später gesammelte Daten gingen
nicht in die Analysen ein.
Trendwende hin zu mehr Sonneneinstrahlung
Die ETH-Klimatologen Martin Wild und Atsumu Ohmura und ihre Kollegen
haben nun erstmals die Daten analysiert, die weltweit nach 1990
und bis heute gemessen wurden. Dabei haben sie festgestellt, dass
das "Global Dimming", also eine Abnahme der Sonneneinstrahlung,
seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr auszumachen ist. Es zeigt
sich vielmehr eine Tendenz in Richtung einer Zunahme der Sonneneinstrahlung
("Global Brigthening").
Eine mögliche Erklärung für diese Trendwende ist
die Tatsache, dass die Atmosphäre in den 90er Jahren in vielen
Gegenden wieder sauberer, und dadurch für Sonnenlicht durchlässiger
geworden ist. Dies kann einerseits den verbesserten Luftreinhaltemassnahmen
zugeschrieben werden. Andererseits führte der wirtschaftliche
Zusammenbruch in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion dazu,
dass Industriezweige mit starker Luftbelastung abgebaut wurden.
Zudem gibt es Anzeichen, dass auch die Bewölkung in den 90er
Jahren abgenommen hat, so dass vermehrt Sonnenlicht auf den Erdboden
fällt.
Auswirkungen auf das Klima erheblich
Die Trendwende in der Sonneneinstrahlung ist nicht ohne Folgen
für das Klima geblieben: Während die Abschwächung
der Sonnenstrahlung noch bis in die 80er Jahre hinein den zunehmenden
Treibhauseffekt kompensieren konnte, zeigen sich nun - seit dem
Ausbleiben dieser Kompensation - die Anzeichen des Treibhauseffekts
immer deutlicher. So kam es zum Beispiel in den letzten zwei Jahrzehnten
zu einem verstärkten Rückgang der Gletscher. Gleichzeitig
wurde der treibhausbedingte Temperaturanstieg (über Landoberflächen)
seit den 80er Jahren weltweit sichtbar.
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