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Der Stör kehrt in die Ostsee zurück
Der Atlantische Stör kehrt nach Deutschland
zurück - per Flugzeug aus Kanada. 20 Tiere bilden den Grundstock
zur Wiederansiedlung des Störs in der Ostsee.
(vv) - Der Amerikanische Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus)
kehrt nach Deutschland zurück. 20 geschlechtsreife Tiere
der in deutschen Gewässern als ausgestorbenen geltenden Fischart
landen am Mittwoch am Flughafen in Frankfurt/Main. Zusammen mit
kanadischen Partnern hatte ein Wissenschaftler-Team des Leibniz-Instituts
für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
in Berlin die Fische in den vergangenen drei Jahren im kanadischen
St. John Fluss gefangen und eingewöhnt. Das Bundesumwelt-
und das Bundesforschungsministerium unterstützen gemeinsam
die Wiederansiedelung von Stören in den Zuflüssen von
Nord- und Ostsee seit 1996 mit mehr als 1,8 Millionen Euro.

© US Fish & Wildlife
Service
Amerikanischer Atlantischer Stör (Acipenser
oxyrinchus)
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Die aus Kanada eintreffenden Fische bilden die Keimzelle des
Nachzuchtprogramms zur Wiederansiedlung des Störs in der
Ostsee. Am Frankfurter Flughafen werden die Tiere auf einen Fischtransporter
umgeladen, der sie in eine neu gebaute Quarantänehaltung
der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei
in Mecklenburg-Vorpommern bringt. Dort sollen sich die Störe
weiter vermehren. Ihre Nachkommen sollen spätestens im Sommer
2006 in die Oder entlassen werden.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten Störe in allen großen
deutschen Flüssen. Verschmutzung, Gewässerverbauung
und starke Überfischung machten dem Stör das Überleben
jedoch unmöglich. Störe können bis zu vier Meter
lang und 100 Kilogramm schwer werden. Sie ernähren sich von
kleinen, wirbellosen Tieren wie beispielsweise Garnelen.
Molekulargenetische und morphologische Untersuchungen hatten
ergeben, dass in der Ostsee seit rund tausend Jahren amerikanische
Störe (Acipenser oxyrinchus) heimisch gewesen waren und nicht,
wie zuvor angenommen, europäische (Acipenser sturio). Die
europäische Art ist dagegen in der Nordsee und ihren Zuflüssen
heimisch gewesen. Ein Bestand von zwanzig Tieren dieser Art lebt
seit Jahren am IGB in Berlin. Er soll den Grundstock für
die Wiedereinbürgerung in der Elbe bilden. In die Oder dagegen
sollen Acipenser oxyrinchus gelangen.
Die Bundesregierung sieht infolge der geplanten Wiederansiedlung
auch ein Potenzial für die Entwicklung der deutschen Küsten-
und Binnenfischerei. Sollte in einigen Jahren der Nachweis ausreichend
großer und sich natürlich reproduzierender Bestände
erbracht werden, sei langfristig eine regulierte, überwachte
Fischerei auf heimische Störarten vorstellbar. Der Zeithorizont
hierfür liege allerdings eher in Jahrzehnten als in Jahren,
teilte das Bundesumweltministerium mit.
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