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- 13.04.2005 -

 

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Studie: Klimawandel ist zumindest teilweise hausgemacht

Bonner Wissenschaftler haben mit rund 30 verschiedenen Klimamodellen nachgewiesen, dass der Mensch für die globale Erwärmung mitverantwortlich ist.

(vv) - In den letzten 120 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur um 0,7 Grad gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre von 0,28 auf 0,37 Prozent zu. Kohlendioxid (CO2) ist eines der so genannten "Treibhausgase"; auch Methan, das zum Beispiel bei der Rinderzucht entsteht, zählt dazu. Seine Konzentration in der Atmosphäre stieg seit 1750 auf das mehr als zweieinhalbfache. Unter Klimaforschern gilt als wahrscheinlich, dass die menschgemachten Treibhausgase zur beobachteten Erwärmung beigetragen haben. Auf der "Anklagebank" sitzen allerdings auch noch andere Faktoren: So schwankt die Sonnenaktivität im Elf-Jahres-Rhythmus, und auch Vulkanausbrüche können das Klima nachhaltig beeinflussen. Menschgemachte Schwefelschwebteilchen verringern sogar den wärmenden Einfluss der Treibhausgase.

Alle "Angeklagten" schuldig

Meteorologen der Universität Bonn konnten nun aus den Ergebnissen von rund 30 verschiedenen Klimamodellen berechnen, welcher der Angeklagten die Verantwortung für den Klimawandel trägt: Treibhausgase, Schwebteilchen oder natürliche Faktoren. Ihr Ergebnis: Schuldig sind alle. "Ohne Einfluss der Treibhausgase hätte die Jahresdurchschnitts-Temperatur bis heute nur um 0,4 Grad zugenommen", fasste Professor Andreas Hense die Ergebnisse zusammen.

Für die Schwankungen Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts macht der Forscher jedoch vor allem Änderungen der Sonnenaktivität und Vulkanausbrüche verantwortlich.

Es wird wärmer

Die Meteorologen rechneten auch verschiedene Zukunfts-Szenarien bis zum Jahr 2100 durch. Danach wird die globale Temperatur bis 2050 selbst unter optimistischen Annahmen weiter ansteigen: In einem "grünen" Szenario mit stark verminderten Treibhausgas-Emissionen verharrt die Kurve nach 2050 bei etwa einem Grad über dem Stand von 1860. Geht die Klimagas-Produktion nur wenig zurück, wie etwa nach dem Kyoto-Protokoll der Fall sein könnte, liegt die Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 sogar mehr als zwei Grad höher.

Was aber, wenn Menschheit und Weltwirtschaft weiter wachsen und wir gar keine Anstrengungen unternehmen, weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen? "Für diesen pessimistischsten Fall errechnet unser Modell bis 2100 einen Anstieg von fast 3,5 Grad", sagte Hense.

Die Ergebnisse seien nur Jahresdurchschnittswerte für die komplette Erdkugel, betonte Hense: "Welche Auswirkungen im Einzelnen z.B. für Europa zu erwarten sind, können wir jetzt noch nicht sagen".

 

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Universität Bonn

 

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