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- 07.04.2005 -

 

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Pflanzen locken unterirdische Helfer mit Duftstoffen an

Wissenschaftler decken eine weitere Abwehrstrategie der Pflanzen auf: Wurzeln locken Nützlinge mit Duftstoffen an, um den Fraß von Schädlingen abzuwehren.

(vv) - Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Schweizer Universität Neuchatel haben herausgefunden, dass Pflanzenwurzeln der feindlichen Attacke hungriger Bodenbewohner nicht wehrlos ausgeliefert sind. In der Fachzeitschrift "Nature" schreiben die Forscher, dass die Wurzeln nach Befall mit Insektenlarven einen Botenstoff in den Erdboden abgeben, um bestimmte Würmer (Nematoden) anzulocken, welche die pflanzenschädigenden Raupen als Nahrung vertilgen. Damit konnten die Forscher nun unterirdisch nachweisen, was oberirdisch schon zuvor entdeckt worden war: Pflanzen sind in der Lage, mit chemischen Botenstoffen die Feinde ihrer Feinde anzulocken.

 


© Sergio Rasmann und Matthias Held, Universität Neuchatel

Eine Larve des Wurzelbohrers befällt Maiswurzeln, im Hintergrund eine Reihe von entomopathogenen Nematoden, die sich für das Insekt interessieren.

 

Im Zuge dieser Experimente wurde aber noch ein weiteres interessantes Ergebnis zu Tage gefördert. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Lockstoff, (E)-beta-Caryophyllen, zwar von Maispflanzen aus europäischer Züchtung hergestellt werden konnte. Auch der Vorfahre des Mais, das Teosinte-Gras Zea mays ssp. parviglumis, kann den Botenstoff produzieren. Nordamerikanische Maissorten sind dagegen nicht in der Lage, diesen Duftstoff über ihre Wurzeln freizusetzen. Wahrscheinlich sei die Fähigkeit der Pflanzen, den Lockstoff als indirekten Schutz gegen Insektenlarven zu bilden, im Verlauf der Maiszüchtung in Nordamerika unbemerkt verloren gegangen.

Die Max-Planck-Forscher sehen in den jüngsten Ergebnissen die Chance, den Einsatz von Pestiziden langfristig zu reduzieren. Daher erforschen die Wissenschaftler nicht nur an Nutzpflanzen wie dem Mais, sondern auch an Wildarten, wie sich Pflanzen gegen den Befall einer Vielzahl an Schädlingsarten wehren können - ohne Zutun des Menschen. Gerade Wildpflanzen würden noch ein großes Repertoire natürlicher Schutzmechanismen besitzen. Diese hoffen die Forscher aufzuspüren und aus der Natur zurück in die Landwirtschaft zu bringen, z.B. durch die Anwendung Caryophyllen-ähnlicher Wirkstoffe als biologische Pflanzenschutzmittel.

 

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Max-Planck- Gesellschaft

 

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