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Pflanzen locken unterirdische Helfer mit Duftstoffen an
Wissenschaftler decken eine weitere Abwehrstrategie
der Pflanzen auf: Wurzeln locken Nützlinge mit Duftstoffen
an, um den Fraß von Schädlingen abzuwehren.
(vv) - Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische
Ökologie in Jena und der Schweizer Universität Neuchatel
haben herausgefunden, dass Pflanzenwurzeln der feindlichen Attacke
hungriger Bodenbewohner nicht wehrlos ausgeliefert sind. In der
Fachzeitschrift "Nature" schreiben die Forscher, dass
die Wurzeln nach Befall mit Insektenlarven einen Botenstoff in
den Erdboden abgeben, um bestimmte Würmer (Nematoden) anzulocken,
welche die pflanzenschädigenden Raupen als Nahrung vertilgen.
Damit konnten die Forscher nun unterirdisch nachweisen, was oberirdisch
schon zuvor entdeckt worden war: Pflanzen sind in der Lage, mit
chemischen Botenstoffen die Feinde ihrer Feinde anzulocken.

© Sergio Rasmann und Matthias
Held, Universität Neuchatel
Eine Larve des Wurzelbohrers befällt
Maiswurzeln, im Hintergrund eine Reihe von entomopathogenen
Nematoden, die sich für das Insekt interessieren.
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Im Zuge dieser Experimente wurde aber noch ein weiteres interessantes
Ergebnis zu Tage gefördert. Die Wissenschaftler fanden heraus,
dass der Lockstoff, (E)-beta-Caryophyllen, zwar von Maispflanzen
aus europäischer Züchtung hergestellt werden konnte.
Auch der Vorfahre des Mais, das Teosinte-Gras Zea mays ssp. parviglumis,
kann den Botenstoff produzieren. Nordamerikanische Maissorten
sind dagegen nicht in der Lage, diesen Duftstoff über ihre
Wurzeln freizusetzen. Wahrscheinlich sei die Fähigkeit der
Pflanzen, den Lockstoff als indirekten Schutz gegen Insektenlarven
zu bilden, im Verlauf der Maiszüchtung in Nordamerika unbemerkt
verloren gegangen.
Die Max-Planck-Forscher sehen in den jüngsten Ergebnissen
die Chance, den Einsatz von Pestiziden langfristig zu reduzieren.
Daher erforschen die Wissenschaftler nicht nur an Nutzpflanzen
wie dem Mais, sondern auch an Wildarten, wie sich Pflanzen gegen
den Befall einer Vielzahl an Schädlingsarten wehren können
- ohne Zutun des Menschen. Gerade Wildpflanzen würden noch
ein großes Repertoire natürlicher Schutzmechanismen
besitzen. Diese hoffen die Forscher aufzuspüren und aus der
Natur zurück in die Landwirtschaft zu bringen, z.B. durch
die Anwendung Caryophyllen-ähnlicher Wirkstoffe als biologische
Pflanzenschutzmittel.
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