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Erregerspur im Atem
Atemproben können einfacher genommen werden
als Blutproben und deuten so schneller auf eine Infektion hin.
(jkm) - Klassische medizinische Texte raten Ärzten, bei
der Untersuchung auch den Atem eines Patienten zu prüfen.
Eine moderne Variante dieser Technik entwickelt ein amerikanisches
Forscherduo. Dabei wird die Atemluft per Massenspektroskopie auf
Signalstoffe untersucht, die der Körper als Antwort auf eine
Infektion produziert.
Die Technik könnte besonders nach einem Angriff mit biologischen
Kampfstoffen gute Dienste leisten, glaubt Joany Jackman vom Applied
Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland.
"Wir möchten ein Werkzeug haben, mit dem bereits in
der Notaufnahme oder noch vor Ort eine Unterscheidung vorgenommen
werden kann, sodass Infizierte zuerst behandelt werden können",
erläutert die Forscherin. "Es ist sehr viel einfacher,
Atemproben von vielen Leuten zu nehmen als Blutproben."
Nach einer Infektion produziert das Immunsystem eine Reihe von
Signalstoffen zur Einleitung und Koordination seiner Gegenmaßnahmen.
Bei Untersuchungen an Schweinen fanden Jackman und ihr Kollege
Nathan Boggs, dass minimale Mengen dieser Cytokine in den Feuchtigkeitsfilm
der Atemwege übergehen und letztlich auch in den winzigen
Tröpfchen in der ausgeatmeten Luft nachweisbar sind. Der
Anstieg der Cytokinkonzentration erfolgt binnen einer Stunde nach
der Inokulation - lange vor dem Auftreten erster klinischer Symptome.
Umgekehrt liegt die Konzentration der Botenstoffe bei nicht infizierten
Schweinen nahe oder unterhalb der Nachweisgrenze, berichteten
Jackman und Boggs jetzt auf dem Biodefense Research Meeting der
American Society of Microbiology in Baltimore. Angesichts dieser
Resultate wollen die Forscher nun auch Tests an Menschen durchführen.
Und vielleicht könne die Konzentration unterschiedlicher
Cytokine in der Atemluft sogar Hinweise auf den jeweiligen Erreger
liefern, hoffen sie.
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