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- 22.03.2005 -

 

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Erregerspur im Atem

Atemproben können einfacher genommen werden als Blutproben und deuten so schneller auf eine Infektion hin.

(jkm) - Klassische medizinische Texte raten Ärzten, bei der Untersuchung auch den Atem eines Patienten zu prüfen. Eine moderne Variante dieser Technik entwickelt ein amerikanisches Forscherduo. Dabei wird die Atemluft per Massenspektroskopie auf Signalstoffe untersucht, die der Körper als Antwort auf eine Infektion produziert.

Die Technik könnte besonders nach einem Angriff mit biologischen Kampfstoffen gute Dienste leisten, glaubt Joany Jackman vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland. "Wir möchten ein Werkzeug haben, mit dem bereits in der Notaufnahme oder noch vor Ort eine Unterscheidung vorgenommen werden kann, sodass Infizierte zuerst behandelt werden können", erläutert die Forscherin. "Es ist sehr viel einfacher, Atemproben von vielen Leuten zu nehmen als Blutproben."

Nach einer Infektion produziert das Immunsystem eine Reihe von Signalstoffen zur Einleitung und Koordination seiner Gegenmaßnahmen. Bei Untersuchungen an Schweinen fanden Jackman und ihr Kollege Nathan Boggs, dass minimale Mengen dieser Cytokine in den Feuchtigkeitsfilm der Atemwege übergehen und letztlich auch in den winzigen Tröpfchen in der ausgeatmeten Luft nachweisbar sind. Der Anstieg der Cytokinkonzentration erfolgt binnen einer Stunde nach der Inokulation - lange vor dem Auftreten erster klinischer Symptome.

Umgekehrt liegt die Konzentration der Botenstoffe bei nicht infizierten Schweinen nahe oder unterhalb der Nachweisgrenze, berichteten Jackman und Boggs jetzt auf dem Biodefense Research Meeting der American Society of Microbiology in Baltimore. Angesichts dieser Resultate wollen die Forscher nun auch Tests an Menschen durchführen. Und vielleicht könne die Konzentration unterschiedlicher Cytokine in der Atemluft sogar Hinweise auf den jeweiligen Erreger liefern, hoffen sie.

 

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© PhotoCase.de

Atemproben könnten besonders nach einem Angriff mit biologischen Kampfstoffen gute Dienste leisten.

 

 Mehr Informationen:

Applied Physics Laboratory, Johns Hopkins University

 

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