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Mehr Methan aus den Tropen
Aus den Tropen gelangt mehr Methan in die Atmosphäre
als bislang angenommen. Dies zeigen neue Satellitenmessungen der
ESA.
(jkm) - Aus Quellen in den Tropen gelangt mehr Methan in die
Atmosphäre als bislang angenommen. Das zeigt die erste globale
Kartierung der Methankonzentration durch eine deutsch-niederländische
Forschergruppe. Den auf menschliche Aktivitäten zurückgehenden
Methanausstoß scheint man jedoch recht gut einschätzen
zu können, berichten die Forscher im Magazin "Science".

© IUP, Uni Heidelberg/KNMI
Die SCIAMACHY-Messung zeigt erhöhte
Methankonzentrationen über der Gangesebene in Indien
sowie über Teilen Chinas.
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Mehr Methan aus den Tropen
Insgesamt entsprächen die Beobachtungsdaten den Modellrechnungen,
erläutert Christian Frankenberg von der Universität
Heidelberg. Beispielsweise bestätigten die Satellitenmessungen
das Auftreten erhöhter Methankonzentrationen über der
Gangesebene in Indien sowie über Teilen Chinas, wie sie auf
Reisanbau und Viehhaltung zurückzuführen seien. "In
großen Teilen der Tropen besteht jedoch eine deutliche Differenz",
so der Forscher. Offenbar seien bekannte Quellen wie Feuchtgebiete,
Biomassebrände, Termiten, Wiederkäuer hier nicht ausreichend
berücksichtigt oder noch unbekannte Mechanismen am Werk.
Methan ist wie Kohlendioxid ein Treibhausgas, das den sichtbaren
Anteil des Sonnenlichts passieren lässt, die vom Erdboden
stammende Infrarot-Wärmestrahlung jedoch zurückhält.
Die Stärke dieses optischen Fingerabdrucks nutzten die Forscher,
um auf die Methankonzentration in der Atmosphäre zu schließen.
Die dazu nötigen Daten hatte das SCIAMACHY-Instrument (Scanning
Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography)
an Bord von Envisat gesammelt.
"In den letzten zwei Jahrhunderten hat sich der atmosphärische
Methangehalt mehr als verdoppelt und ist nun für ein Fünftel
der anthropogenen Klimabeeinflussung durch Treibhausgase verantwortlich",
schreiben Frankenberg und seine Kollegen in ihrem online veröffentlichten
Artikel. Die neuen Daten sollten helfen, sich ein genaueres Bild
des weltweiten Methanausstoßes zu machen und damit den Einfluss
des Gases auf das Klima zu verstehen.
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