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- 18.03.2005 -

 

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Mehr Methan aus den Tropen

Aus den Tropen gelangt mehr Methan in die Atmosphäre als bislang angenommen. Dies zeigen neue Satellitenmessungen der ESA.

(jkm) - Aus Quellen in den Tropen gelangt mehr Methan in die Atmosphäre als bislang angenommen. Das zeigt die erste globale Kartierung der Methankonzentration durch eine deutsch-niederländische Forschergruppe. Den auf menschliche Aktivitäten zurückgehenden Methanausstoß scheint man jedoch recht gut einschätzen zu können, berichten die Forscher im Magazin "Science".

 


© IUP, Uni Heidelberg/KNMI

Die SCIAMACHY-Messung zeigt erhöhte Methankonzentrationen über der Gangesebene in Indien sowie über Teilen Chinas.

 

Mehr Methan aus den Tropen

Insgesamt entsprächen die Beobachtungsdaten den Modellrechnungen, erläutert Christian Frankenberg von der Universität Heidelberg. Beispielsweise bestätigten die Satellitenmessungen das Auftreten erhöhter Methankonzentrationen über der Gangesebene in Indien sowie über Teilen Chinas, wie sie auf Reisanbau und Viehhaltung zurückzuführen seien. "In großen Teilen der Tropen besteht jedoch eine deutliche Differenz", so der Forscher. Offenbar seien bekannte Quellen wie Feuchtgebiete, Biomassebrände, Termiten, Wiederkäuer hier nicht ausreichend berücksichtigt oder noch unbekannte Mechanismen am Werk.

Methan ist wie Kohlendioxid ein Treibhausgas, das den sichtbaren Anteil des Sonnenlichts passieren lässt, die vom Erdboden stammende Infrarot-Wärmestrahlung jedoch zurückhält. Die Stärke dieses optischen Fingerabdrucks nutzten die Forscher, um auf die Methankonzentration in der Atmosphäre zu schließen. Die dazu nötigen Daten hatte das SCIAMACHY-Instrument (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) an Bord von Envisat gesammelt.

"In den letzten zwei Jahrhunderten hat sich der atmosphärische Methangehalt mehr als verdoppelt und ist nun für ein Fünftel der anthropogenen Klimabeeinflussung durch Treibhausgase verantwortlich", schreiben Frankenberg und seine Kollegen in ihrem online veröffentlichten Artikel. Die neuen Daten sollten helfen, sich ein genaueres Bild des weltweiten Methanausstoßes zu machen und damit den Einfluss des Gases auf das Klima zu verstehen.

 

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 Mehr Informationen:

ESA

Uni Heidelberg

Klimakiller Methan: Landwirtschaft als Treibhausgas- Schleuder?

 

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