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- 17.03.2005 -

 

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Künstliches Perlmutt aus Ton und Zucker

US-Chemikern ist es gelungen, eine Art künstliches Perlmutt herzustellen. Das ultrafeste Material könnte eine enorme Bedeutung erlangen, glauben die Forscher.

(jkm) - Die Perlmuttschicht auf der Innenseite von Schneckenhäusern und Muschelschalen ist nicht nur schön, sondern auch extrem stabil. Amerikanischen Chemikern ist es nun gelungen, eine Art künstliches Perlmutt aus einem Tonmineral herzustellen. Ein Zucker aus Krebsschalen macht es sogar noch widerstandsfähiger als das Original.

Perlmutt besteht aus vielen hauchdünnen Schichten des Kalkminerals Aragonit und einem Kitt aus Proteinen. Sein farbenprächtiges Schillern kommt zustande, indem Licht an den Kalkschichten reflektiert und gebeugt wird. Darüber hinaus sei das Material um ein Vielfaches fester als Nylon, erläutert Nicholas Kolov von der University of Michigan in Ann Arbor. Auf Materialforscher über es daher eine ebenso starke Faszination aus wie auf Schmuckliebhaber.

Kolov und seine Kollegen nutzen für ihr künstliches Perlmutt dagegen das Silikatmineral Montmorillonit und das Kohlenhydrat Chitosan, einen Abkömmling des Chitins aus Krebs- und Insektenpanzern. Die Herstellung ist verblüffend einfach, berichten die Forscher auf der Jahrestagung der American Chemical Society im kalifornischen San Diego.

Ein Trägermaterial wird abwechselnd in Lösungen getaucht, die die elektrisch geladenen Bausteine des Minerals bzw. das ebenfalls elektrisch geladene Chitosan enthalten. Wird Strom durch die Lösungen und die Trägeroberfläche geleitet, scheiden sich darauf allmählich Silikatkristalle bzw. Chitosan ab.

"Wir glauben, dass dieses Material enorme Bedeutung erlangen wird", so Kolov, "da Sensoren, elektronische Materialien, Raumfähren, Flugzeuge und selbst Autos auf dünne Schichten ultrafesten Materials benötigen."

Zudem ließen sich die Details des Herstellungsprozesses leicht variieren, etwa die genaue Zusammensetzung der Lösungen und die jeweilige Verweildauer des Trägermaterials darin. Auf diese Weise könnten die synthetischen Perlmutt-Analoga optimal auf ihr Einsatzgebiet abgestimmt werden.

 

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© PhotoCase.de

Die Perlmuttschicht auf der Innenseite von Muschelschalen ist nicht nur schön, sondern auch extrem stabil.

 

 Mehr Informationen:

University of Michigan

Weichtierschale

 

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