Bergluft ist gut fürs Herz
Der Aufenthalt im Gebirge hat einen schützenden
Einfluss auf Herz und Kreislauf.
(jkm) - Neue Belege für diesen Effekt präsentieren
griechische Mediziner im "Journal of Epidemiology and Community
Health". Einwohner von Gebirgsdörfern sterben demnach
seltener an Herzinfarkt als Bewohner von Ebenen - auch dann, wenn
sie höhere Blutfettwerte aufweisen und mehr Alkohol trinken.
"Höhere körperliche Aktivität, bedingt durch
das Laufen in unwegsamem Terrain, bei leichtem Sauerstoffmangel
könnte die Erklärung für dieses Resultat sein",
schreiben Nikos Baibas von der Universität Athen und seine
Kollegen. Frühere Studien hätten dagegen offen lassen
müssen, ob die geringere Sterblichkeit der Gebirgsbewohner
von einer generell gesünderen Lebensweise herrühre.
Bereits im Jahr 1981 hatten die Mediziner drei abgelegene Dörfer
aufgesucht - eines davon in 950 Metern Höhe in der Sterea
Ellada nordwestlich von Athen gelegen, die zwei anderen in den
Ebenen des Peloponnes - und die Bewohner untersucht und zu ihren
Lebensgewohnheiten befragt. Fünfzehn Jahre später besuchten
sie die Dörfer erneut. Von 1.150 Studienteilnehmern waren
zwischenzeitlich 290 gestorben, 67 aufgrund einer Verengung der
Herzkranzgefäße.
Wichtige Risikofaktoren wie Alkoholkonsum sowie Bluthochdruck
und Cholesterinspiegel waren bei den Gebirgsdörflern stärker
ausgeprägt als bei den Ebenenbewohnern, berichten Baibas
und Kollegen. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren berechnen
die Mediziner, dass das Leben im Gebirge für Männer
mit einer 43 Prozent geringeren Gesamtsterblichkeit und einer
31 Prozent geringeren koronaren Sterblichkeit einhergeht. Bei
Frauen deutete sich ein ähnlicher Effekt an, war statistisch
jedoch nicht abgesichert.
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