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Automatische Pollenkontrolle soll Allergikern helfen
Aktuelle Informationen über den momentanen
Pollenflug soll ein Messsystem liefern, das Fraunhofer-Forscher
entwickeln.
(jkm) - Wenn der Frühling sein blaues Band lässt flattern
durch die Lüfte, beginnt für viele Allergiker eine Zeit
verquollener Augen und verstopfter Nasen. Aktuelle Informationen
über den momentanen Pollenflug soll ein Messsystem liefern,
das Freiburger Fraunhofer-Forscher entwickeln. Ihr Pollenmonitor
ermittelt automatisch, wie viele Pollen welcher Pflanzen die Luft
enthält.
Schätzungsweise 12 Millionen Deutsche reagieren allergisch
auf Pollen - der eine auf Birkenpollen, die andere auf Erle oder
Hasel. Derzeitige Pollenflugvorhersagen beruhten auf der aufwändigen
manuellen Auszählung der wenige Tausendstel Millimeter großen
Pollen unter dem Mikroskop, erläutert Gerd Sulz vom Fraunhofer-Institut
für Physikalische Messtechnik. "Tagesmittelwerte der
Pollenkonzentration der Luft liegen in der Regel erst mit einer
Verspätung von ein bis zwei Tagen vor", so der Forscher.
"Oft spiegeln sie nicht mehr die aktuelle Pollenbelastung
wider."
Abhilfe schaffen soll der automatische Pollenmonitor, den Sulz
und sein Team gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach
sowie weiteren Partnern aus Forschung und Industrie entwickeln.
Das System saugt Umgebungsluft an, scheidet die darin enthaltenen
Partikel auf einer Unterlage ab und bereitet sie auf die Untersuchung
per Mikroskop vor. Die Pollen anhand ihrer Eigenfluoreszenz von
Staubkörnchen unterscheidend, nimmt dann eine Kamera Schicht
für Schicht hoch auflösende Bilder des Materials auf.
Diese Bilderstapel nutzt eine an Universität Freiburg entwickelte
Software, um die Objekte anhand ihrer Form und inneren Struktur
einzelnen allergenen Pollenarten zuzuordnen. Erste Freilandtests
wollen Schulz und Kollegen im März vornehmen. "Wir planen
ein kostengünstiges Gerät, mit dem wir in Zukunft ein
dichtes Netz automatischer Messstationen aufbauen können",
sagt Eckart Schultz vom Deutschen Wetterdienst. Ein derartiges
Messnetz könne Ärzten und Allergikern stündlich
aktualisierte Pollenflugdaten liefern, sodass Medikamentendosierung
und Tagesplanung entsprechend abgestimmt werden könnten.
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