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- 14.03.2005 -

 

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WWF warnt vor Folgen der Gletscherschmelze

Das schnelle Abschmelzen der Gletscher im Himalaja wird nach einer Studie des WWF zu Überschwemmungen und auf lange Sicht zu Wasserknappheit für hunderte Millionen Menschen in Asien führen.

(jkm) - Die Gletscher im Himalaja gehören zu den am schnellsten schrumpfenden der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation WWF in einem jetzt veröffentlichten Bericht. Werde der Trend nicht gestoppt, drohten den Staaten in der Region zunächst Überschwemmungen, auf lange Sicht jedoch Wasserknappheit.

"Das rasche Abschmelzen der Himalaja-Gletscher wird zunächst die Wassermenge in den Flüssen ansteigen lassen und vielerorts zu Überschwemmungen führen", erläutert WWF-Expertin Jennifer Morgan. Sobald das Schmelzwasser abgeflossen sei, werde die Wasserführung der Flüsse im Laufe von Jahrzehnten jedoch deutlich zurückgehen. Folge seien "massive wirtschaftliche und Umweltprobleme für die Menschen im Westen Chinas, in Nepal und im Norden Indiens".

 


© WWF-Canon Neyret & Benastar

Khumbu-Gletscher am Himalaya, in der Nähe des Mont Everest, Nepal

 

Gletscher sind bedeutende Wasserspeicher

Gletscher fungieren als Puffer, indem sie Niederschlagswasser speichern und allmählich wieder abgeben. Sieben der größten Flüsse Asiens - darunter Ganges, Brahmaputra und Jangtse - und damit mehrere Hundert Millionen Menschen erhalten zumindest einen Teil ihres Wassers aus Gletschern. Die bedeutenden Wasserspeicher schrumpfen jedoch im rasanten Tempo, warnt der WWF. Derzeit zögen sich die Gletscherzungen auf dem Dach der Welt um jährlich 10 bis 15 Meter zurück, im Falle des indischen Gangotri-Gletschers seien es sogar 23 Meter pro Jahr.

Auf lange Sicht müssten sich Landwirtschaft, Industrie und Energiewirtschaft in der Region daher auf einen Wassermangel einstellen, so die Experten. Ursache für die Gletscherschmelze ist ihrer Ansicht nach die globale Erwärmung. So seien die Temperaturen in Nepal pro Jahr im Mittel um 0,06 Grad Celsius gestiegen, gleichzeitig sei die Wasserführung dreier Flüsse gesunken.

Eine ähnliche Entwicklung sei auf dem chinesischen Qinhai-Plateau zu beobachten, wo mehrere Seen schrumpften, Sümpfe austrockneten und einige Flüsse überhaupt kein Wasser mehr führten. Morgan und ihre Kollegen drängen daher auf weitere Bemühungen um eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes.

 

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 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

Das Gletscherarchiv

Ein Zukunftsszenario für den Rhein

Gletscher - Weiße Riesen auf dem Rückzug

 

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