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WWF warnt vor Folgen der Gletscherschmelze
Das schnelle Abschmelzen der Gletscher im Himalaja
wird nach einer Studie des WWF zu Überschwemmungen und auf
lange Sicht zu Wasserknappheit für hunderte Millionen Menschen
in Asien führen.
(jkm) - Die Gletscher im Himalaja gehören zu den am schnellsten
schrumpfenden der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation
WWF in einem jetzt veröffentlichten Bericht. Werde der Trend
nicht gestoppt, drohten den Staaten in der Region zunächst
Überschwemmungen, auf lange Sicht jedoch Wasserknappheit.
"Das rasche Abschmelzen der Himalaja-Gletscher wird zunächst
die Wassermenge in den Flüssen ansteigen lassen und vielerorts
zu Überschwemmungen führen", erläutert WWF-Expertin
Jennifer Morgan. Sobald das Schmelzwasser abgeflossen sei, werde
die Wasserführung der Flüsse im Laufe von Jahrzehnten
jedoch deutlich zurückgehen. Folge seien "massive wirtschaftliche
und Umweltprobleme für die Menschen im Westen Chinas, in
Nepal und im Norden Indiens".

© WWF-Canon Neyret &
Benastar
Khumbu-Gletscher am Himalaya, in der Nähe
des Mont Everest, Nepal
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Gletscher sind bedeutende Wasserspeicher
Gletscher fungieren als Puffer, indem sie Niederschlagswasser
speichern und allmählich wieder abgeben. Sieben der größten
Flüsse Asiens - darunter Ganges, Brahmaputra und Jangtse
- und damit mehrere Hundert Millionen Menschen erhalten zumindest
einen Teil ihres Wassers aus Gletschern. Die bedeutenden Wasserspeicher
schrumpfen jedoch im rasanten Tempo, warnt der WWF. Derzeit zögen
sich die Gletscherzungen auf dem Dach der Welt um jährlich
10 bis 15 Meter zurück, im Falle des indischen Gangotri-Gletschers
seien es sogar 23 Meter pro Jahr.
Auf lange Sicht müssten sich Landwirtschaft, Industrie und
Energiewirtschaft in der Region daher auf einen Wassermangel einstellen,
so die Experten. Ursache für die Gletscherschmelze ist ihrer
Ansicht nach die globale Erwärmung. So seien die Temperaturen
in Nepal pro Jahr im Mittel um 0,06 Grad Celsius gestiegen, gleichzeitig
sei die Wasserführung dreier Flüsse gesunken.
Eine ähnliche Entwicklung sei auf dem chinesischen Qinhai-Plateau
zu beobachten, wo mehrere Seen schrumpften, Sümpfe austrockneten
und einige Flüsse überhaupt kein Wasser mehr führten.
Morgan und ihre Kollegen drängen daher auf weitere Bemühungen
um eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes.
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