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- 09.03.2005 -

 

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Rapider Ozonabbau über Deutschland

Über Deutschland und Mitteleuropa findet in diesem Frühjahr ein besonders starker Ozonabbau statt. Wissenschaftler raten deshalb Skiurlaubern, sich vor dem Sonnenlicht zu schützen.

(vv) - Zu einer kurzfristigen eintägigen Messkampagne war am Montag im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und seiner Partner das russische Höhenforschungsflugzeug "M55 Geophysica" aufgebrochen. Vom Flughafen in Oberpfaffenhofen aus steuerte der Pilot das Flugzeug nach Südschweden und zurück. In Höhen von bis zu 20 Kilometer flog er tief in den so genannten Polarwirbel hinein und nahm mit mehreren wissenschaftlichen Geräten umfangreiche Messungen vor. Der Polarwirbel ist ein stratosphärisches Tiefdruckgebiet, das im Winter um den Nordpol rotiert.

Hintergrund des Fluges ist der derzeitige rapide Abbau der Ozonschicht über der Arktis. Der Ozonverlust könnte ein Ausmaß erreichen, das zuvor noch nie beobachtet worden ist, befürchtet die Wissenschaftler. Satellitendaten des DLR zeigen über dem Nordatlantik Gebiete mit vermindertem Ozon mit Säulen deutlich unter 300 Dobson-Einheiten. Diese Werte liegen 30 bis 50 Prozent unter den Normalwerten.

Der Polarwirbel in der Stratosphäre breitet sich in diesem Winter ungewöhnlich weit nach Süden aus. In dem Polarwirbel wird es sehr kalt. Daher kann auch über Deutschland die schützende Ozonschicht in der Stratosphäre abnehmen. Auf Eiskristallen polarer Stratosphärenwolken bildet sich innerhalb des Polarwirbels Chloroxid. Im Sonnenlicht reagiert das Chloroxid sehr aggressiv mit dem Ozon in der Stratosphäre. So wird derzeit und in den nächsten Tagen und Wochen Ozon abgebaut - insbesondere im Höhenbereich von 18 bis 21 Kilometer.

 


© DLR/DFD

Das Bild zeigt die Verteilung des Ozons auf der nördlichen Hemisphäre am 7. März 2005.

 

Skifahrer sollten sich schützen

Beim Durchfliegen des Polarwirbels sind am Montag enorm hohe Werte gemessen worden: "Die Chloroxid-Konzentrationen waren etwa doppelt so hoch wie in durchschnittlichen Wintern", berichtet Marc von Hobe vom Forschungszentrum Jülich, einer der Teilnehmer an dem Experiment. Ulrich Schumann, Direktor des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre geht davon aus, "dass sich der Ozonabbau in den nächsten Wochen fortsetzt".

Je dünner die Ozonschicht wird, desto mehr ultraviolette Strahlen der Sonne treffen auf die Erde. Insbesondere Skifahrern, die in den kommenden Wochen bei Sonnenschein in den Bergen unterwegs sind, raten die Atmosphärenforscher daher dringend, sich mit einem hohen Lichtschutzfaktor vor dem Sonnenlicht zu schützen.

Der Polarwirbel wird noch eine Woche bestehen bleiben und bis Mitteleuropa reichen, für die Zeit danach sind noch keine Vorhersagen möglich. Am Montag erstreckte er sich über Oberpfaffenhofen hinaus bis nach Florenz.

 

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 Mehr Informationen:

DLR

vista verde: Ozonschicht

 

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