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Hochwasser-Warnung per SMS
Ein automatisches Hochwasser-Frühwarnsystem
entwickeln Meteorologen der Universität Bonn.
(jkm) - Allzu reichliche Regenfälle lassen Flüsse und
Bäche im gefährlichen Maß anschwellen. Mehr Vorwarnzeit
ermöglicht ein neuartiges Hochwasser-Frühwarnsystem
Bonner Meteorologen. Anhand von Radardaten schätzen die Forscher
die Niederschlagsmengen in einem Gebiet ab und erkennen, wo ein
starker Anstieg des Wasserstands droht.
"Wir warnen eine halbe bis eine Stunde, bevor die Pegelmesser
im Oberlauf der Flüsse ansprechen können", erläutert
Dirk Meetschen von der Universität Bonn. Solche Pegelveränderungen
seien bislang die Grundlage für Hochwasserwarnungen für
flussabwärts liegende Regionen. Anders als etwa im Falle
des Rheins, wo man viele Stunde zuvor um die ankommende Flutwelle
wisse, erlaubten sie bei kleineren Flüssen jedoch kaum eine
Vorwarnzeit.
Herzstück des Bonner Systems ist ein Radargerät, das
Niederschläge - vom leichten Fisselregen bis zum Wolkenbruch
- im Umkreis von 100 Kilometern erkennen kann. Seine Daten nutzen
Meetschen und Kollegen zur Hochwasserwarnung. Wird im Einzugsgebiet
eines Flusses eine bestimmte Regenmenge überschritten, verschickt
ein Computer per SMS, Fax und Mail eine Warnung an die Verantwortlichen
in Umweltämtern und Gewässerverbänden.
Derzeit hält das System ein Auge auf die Agger im Bergischen
Land, demnächst sollen auch Sieg und Erft hinzukommen. "Die
Radarbilder erlauben lediglich, die Niederschlagsmenge in etwa
abzuschätzen", so Meetschen weiter. "Wir eichen
das System daher mit den Regenmengen, die tatsächlich auf
dem Boden auftreffen."
Zudem hänge die Überschwemmungsgefahr nicht nur von
der Niederschlagsmenge ab, sondern auch von der Geländeform
im Einzugsgebiet. Bei dem Erft-Projekt speisen die Bonner Forscher
ihre Daten daher in ein Abflussmodell der Aachener Firma Hydrotec
ein. Dieses berechnet dann, wie rasch wie viel zusätzliches
Wasser in den Fluss gelangen wird.
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