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Klima-Streit: Forscher zweifeln Messmethoden an
Berechnungsfehler in einschlägigen Messmethoden
haben einen Klima-Streit unter Forschern entfacht: Bereits im
Mittelalter gab es offenbar ähnliche Temperaturen wie heute.
(vv) - Auch wenn damit der menschliche Anteil am Treibhauseffekt
nicht in Frage gestellt wird, leidet die Glaubwürdigkeit
der Experten. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Technology
Review" nehmen bedeutende deutsche Klimaforscher zu der Debatte
Stellung.
1988 gründeten die Vereinten Nationen das Intergovernmental
Panel on Climate Change (IPCC), ein Expertengremium mit der Aufgabe,
wissenschaftlich fundierte Szenarien zum Klimawandel zu entwickeln.
Im jüngsten IPCC-Bericht von 2001 heißt es: "Es
gibt neue und stärkere Beweise, dass ein Großteil der
in den letzten 50 Jahren beobachteten Erwärmung auf menschliche
Aktivitäten zurückgeht."
Gleichwohl herrscht unter den Klimaforschern Uneinigkeit über
Ausmaß und Konsequenzen des globalen Temperaturanstiegs.
Dem IPCC wurde immer wieder vorgeworfen, Unsicherheiten in seinem
Bericht herunterzuspielen und manche Forschungsergebnisse über
zu bewerten. Ein Beispiel ist die so genannte Hockeyschläger-Kurve.
Ihr zufolge war die Temperatur auf der Nordhalbkugel in den letzten
Jahrzehnten höher als im gesamten Jahrtausend zuvor. Um die
Stichhaltigkeit dieses Forschungsresultats habe sich jetzt ein
Streit entsponnen, so "Technology Review".
Die kanadischen Forscher Ross McKitrick und Stephen McIntyre
stießen in der bekannten Studie des renommierten Klimaforschers
Michael Mann auf eine Reihe von Fehlern. Nach ihrer Analyse war
die Temperatur im 15. Jahrhundert schon einmal genauso hoch wie
heute. Eine Feststellung, die nach Ansicht mancher Forscher dem
alarmierenden Szenario eines vom Menschen ausgelösten Treibhauseffekts
den Boden entziehen könnte.
Während einige Klimaforscher die Erkenntnisse der Kanadier
im Sinne einer gesunden wissenschaftlichen Diskussion begrüßen,
meinen andere, dass dadurch vom eigentlichen Problem abgelenkt
werde. So sagte Stefan Rahmstorf, Physiker und Professor am Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung gegenüber "Technology
Review": "Es gibt eine überwältigende Datenmenge,
die nahe legt, dass der Mensch das Klima verändert. Und diese
Schlussfolgerung wird auch durch einzelne Studien oder Streitigkeiten,
ob es im 15. Jahrhundert ein paar Zehntel Grad wärmer oder
kühler gewesen ist, nicht wesentlich beeinflusst."
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