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Saurer Wüstenstaub schmeckt Algen
Die Luftverschmutzung im Osten Chinas könnte
auf verblüffende Art das Algenwachstum im Pazifik fördern.
(jkm) - Entsprechende Resultate präsentiert ein amerikanisches
Forschertrio im "Journal of Geophysical Research - Atmospheres".
Aus der Wüste Gobi stammender Staub kann demnach nur dann
als Planktondünger wirken, wenn er die Abgasfahnen von Kraftwerken
und Schwerindustrie passiert hat.

© NASA
Aus der Wüste Gobi stammender Staub
weht im November 2002 über den Nordosten Chinas in
Richtung der koreanischen Halbinsel. Aufnahme des Terra-Satelliten
der NASA.
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Der Grund sei die geringe Wasserlöslichkeit des im Wüstenstaub
enthaltenen Eisenminerals Hämatit, erläutert Nicholas
Meskhidze vom Georgia Institute of Technology, Atlanta. Das sauer
reagierende Schwefeldioxid (SO2) in den Industrie- und Kraftwerksabgase
senke jedoch den pH-Wert in den Staubwolken und überführe
das Eisen damit in eine für Algen nutzbare Form.
Meskhidze und seine Kollegen analysierten Material aus einem
Staubsturm, das bei einem Forschungsflug über Shanghai gewonnen
worden war. Ihre Messdaten speisten sie wiederum in ein Modell
der chemischen Reaktionen ein, die in dem Staub während dessen
Reise aus der Wüste Gobi bis in die eisenarmen Gewässer
des Nordpazifik ablaufen. Die Resultate deckten sich gut mit jenen
von Satellitenbeobachtungen des Planktons, so die Forscher.
Erstaunlicherweise haben kleinere Staubstürme demnach eine
stärkere Düngewirkung als größere Stürme,
obgleich sie deutlich weniger Eisenmineralien mit sich führen.
Das SO2 in der Luft muss nämlich zunächst das alkalisch
reagierende Calciumcarbonat im Staub neutralisieren, bevor der
pH-Wert unter die kritische Schwelle von 2 sinken kann. Und das
vermögen die Abgasfahnen nur im Falle relativ kleiner Staubmengen.
"Der Anteil löslichen Eisens in kleinen Staubstürmen
kann daher viele Größenordnungen höher sein als
in großen Stürmen", so Meskhidze.
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