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Obst und Gemüse: "5 am Tag" gilt nach wie vor
In Deutschland wird zu wenig Obst und Gemüse
gegessen. Dabei schützt ihr Verzehr gegen Krankheiten und
Übergewicht. Verbraucherschützer kritisieren die geringe
Auswahl in Supermärkten.
(aid/vv) - "Der Verzehr von Obst und Gemüse senkt nicht
das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken" lautete Mitte Januar
die Erkenntniss einer europaweiten Studie. Die in vielen Medien
daraus abgeleitete Schlussfolgerung, der Ernährung insgesamt
und besonders Gemüse und Obst eine Schutzwirkung vor Krebs
abzusprechen, trifft allerdings nicht zu. Die Bundesforschungsanstalt
für Ernährung und Lebensmittel (BFEL), Karlsruhe, hebt
in einer Stellungnahme hervor, dass Schutzeffekte von Lebensmitteln
je nach Krebsart unterschiedlich sein können. Für Dickdarmkrebs
zum Beispiel geht eine hohe Aufnahme Ballaststoff reicher Lebensmittel,
zu denen auch Gemüse und Obst zählen, mit einem erhöhten
Schutz einher.
Darüber hinaus zeigten epidemiologische Studien, dass eine
hohe Aufnahme an Obst und Gemüse eine Schutzwirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
und Diabetes habe. Zusätzlich sei das Risiko für Übergewicht
verringert. Das Krankheitsrisiko müsse immer vor dem Hintergrund
des gesamten Ernährungsmusters beurteilt werden. Der Bezug
einzelner Lebensmittel alleine zu spezifischen Erkrankungen sei
zu kurz gedacht.
Wie der Ernährungsbericht 2004 zeigt, ist der Verzehr von
Obst und Gemüse in Deutschland weiterhin viel zu niedrig.
Die täglichen 300 Gramm liegen hinter den Empfehlungen der
WHO (400 Gramm) und weit entfernt von denen der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung, die 650 Gramm Obst und Gemüse pro
Tag empfiehlt. Infolge zahlreicher ernährungswissenschaftlicher
Fakten sei daher eine vermehrte Aufnahme von Gemüse und Obst
als gesundheitspräventive Maßnahme weiterhin als höchst
sinnvoll zu beurteilen. Die Empfehlung für die Praxis lautet
also wie bisher: "5 am Tag".
Obst und Gemüse: Nur geringe Auswahl
Beim Kauf von Obst und Gemüse in Supermärkten und Discountern
haben Kunden aus Sicht von Verbraucherschützern eine viel
zu geringe Auswahl, kritisierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen
(vzbv). Trotz der etwa 210 Kartoffel- oder 480 Möhrensorten,
die für den Anbau zugelassen sind, sei die Wahlmöglichkeit
im Handel auf wenige Sorten beschränkt.
Der Geschmack gehöre zu den wichtigsten Kriterien beim Lebensmitteleinkauf
neben der Frische und dem Preis. Dennoch fehlten verbindliche
Angaben zu Geschmacksaspekten. Schon im eigenen Interesse sollte
der Handel deshalb mehr geschmackliche Vielfalt bieten, meint
der vzbv.
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