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Forscher warnen vor starkem Ozonabbau
Vor außergewöhnlich schweren Ozonverlusten
warnen jetzt Wissenschaftler aus ganz Europa in einer gemeinsamen
Erklärung.
(jkm) - Sollte es nicht in den nächsten Wochen zu einer
kräftigen Erwärmung der Stratosphäre kommen, könnte
es zu einem starken Ozonabbau in der Arktis kommen. Von der resultierenden
Intensivierung ultravioletter Strahlung wäre auch Mitteleuropa
betroffen, so die Forscher.

Foto: Ross Salawitch, JPL
Polare Stratosphärenwolken
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Als Folge extrem tiefer Temperaturen hätten sich in etwa
20 Kilometern Höhe Polare Stratosphärische Wolken in
einem nie zuvor beobachteten Ausmaß gebildet. Diese Wolken
entstehen bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius und bestehen
aus Salpetersäure und Wasser bzw. ab minus 85 Grad Celsius
sogar aus Wassereis. Sobald die Sonne nach der Polarnacht wieder
über den Horizont steigt, können in den Wolken Abbauprodukte
von Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Halonen in reaktive Verbindungen
überführt werden, die das stratosphärische Ozon
zerstören.
Bereits jetzt seien in diesem Winter mehr Polare Stratosphärische
Wolken aufgetreten als jemals zuvor in der Arktis. "Insbesondere
die ungewöhnliche Größe der Gebiete, in denen
sich Eiswolken bilden können, ist Besorgnis erregend",
erläutert Markus Rex von der Potsdamer Forschungsstelle des
Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung.
Seit Beginn der Messungen vor 40 Jahren hätten lediglich
im Winter 1983/1984 für wenige Tage vergleichbare Bedingungen
geherrscht. In diesem Winter seien jedoch schon seit mehreren
Wochen immer wieder Temperaturen unter minus 85 Grad Celsius gemessen
worden.
"Ob es durch die ungewöhnlichen Bedingungen dieses
Winters zu einem extremen Ozonverlust in der Arktis kommt, wird
sich durch die Entwicklung der nächsten Wochen entscheiden",
so Rex weiter. In diesem Fall könnte der bisherige "Rekordwinter"
des Jahres 1999/2000 mit bis zu 70 Prozent Ozonverlust durchaus
übertroffen werden. Rex und seine Kollegen führen ihre
Arbeiten zum Ozonverlust im Rahmen des europäischen Projektes
SCOUT-03 durch.
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