vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k


- 29.01.2005 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Forscher warnen vor starkem Ozonabbau

Vor außergewöhnlich schweren Ozonverlusten warnen jetzt Wissenschaftler aus ganz Europa in einer gemeinsamen Erklärung.

(jkm) - Sollte es nicht in den nächsten Wochen zu einer kräftigen Erwärmung der Stratosphäre kommen, könnte es zu einem starken Ozonabbau in der Arktis kommen. Von der resultierenden Intensivierung ultravioletter Strahlung wäre auch Mitteleuropa betroffen, so die Forscher.

 


Foto: Ross Salawitch, JPL

Polare Stratosphärenwolken

 

Als Folge extrem tiefer Temperaturen hätten sich in etwa 20 Kilometern Höhe Polare Stratosphärische Wolken in einem nie zuvor beobachteten Ausmaß gebildet. Diese Wolken entstehen bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius und bestehen aus Salpetersäure und Wasser bzw. ab minus 85 Grad Celsius sogar aus Wassereis. Sobald die Sonne nach der Polarnacht wieder über den Horizont steigt, können in den Wolken Abbauprodukte von Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Halonen in reaktive Verbindungen überführt werden, die das stratosphärische Ozon zerstören.

Bereits jetzt seien in diesem Winter mehr Polare Stratosphärische Wolken aufgetreten als jemals zuvor in der Arktis. "Insbesondere die ungewöhnliche Größe der Gebiete, in denen sich Eiswolken bilden können, ist Besorgnis erregend", erläutert Markus Rex von der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Seit Beginn der Messungen vor 40 Jahren hätten lediglich im Winter 1983/1984 für wenige Tage vergleichbare Bedingungen geherrscht. In diesem Winter seien jedoch schon seit mehreren Wochen immer wieder Temperaturen unter minus 85 Grad Celsius gemessen worden.

"Ob es durch die ungewöhnlichen Bedingungen dieses Winters zu einem extremen Ozonverlust in der Arktis kommt, wird sich durch die Entwicklung der nächsten Wochen entscheiden", so Rex weiter. In diesem Fall könnte der bisherige "Rekordwinter" des Jahres 1999/2000 mit bis zu 70 Prozent Ozonverlust durchaus übertroffen werden. Rex und seine Kollegen führen ihre Arbeiten zum Ozonverlust im Rahmen des europäischen Projektes SCOUT-03 durch.

 

 Seite drucken

 Hinweis versenden

 Mehr Informationen:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

MPI Meteorologie

vista verde: Ozonschicht

 

 Lesen Sie auch:

Rätsel um polare "Bromexplosion" gelöst

Ozonschicht: Schadensgefahr durch Klima-Gase gestiegen

Klimaveränderungen fördern Ozonabbau

Erholung: Abbau der Ozonschicht verlangsamt

Ozonabbau: Mögliche Kehrseite der Wasserstoff-Wirtschaft

Potsdamer Forscher: Ozonabbau im Winter schneller als erwartet

Antarktis: Ozonloch ab 2040 dicht?

Weitere Meldungen zum Thema Klimawandel

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2005
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung