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Forscher: Schnee könnte Grönland-Eis erhalten
Stärkere Schneefälle auf Grönland
könnten den Eisschild zumindest in Teilen der Insel vor dem
Abschmelzen bewahren.
(jkm) - Der Eispanzer Grönlands schmilzt immer schneller.
Zumindest Teile von ihm könnten die weltweite Erwärmung
jedoch überstehen, vermutet eine britisch-amerikanische Forschergruppe.
Verstärkter Schneefall als Folge der höheren Lufttemperaturen
könnte den Eisverlust regional kompensieren.
"Warme Luft trägt mehr Wasser als kalte, eine globale
Erwärmung bedeutet also ein feuchteres Klima", erläutert
Edward Hanna von der University of Sheffield. Dies könnte
letztlich zu stärkeren Schneefällen auf Grönland
führen und den Eisschild zumindest in Teilen der Insel vor
dem Verschwinden bewahren. Erst im April hatte eine Forschergruppe
Resultate von Modellrechnungen präsentiert, denen zufolge
der Treibhauseffekt durchaus zu einem vollständigen Abschmelzen
des Eises führen könnte.
Hanna und seine Kollegen von der amerikanischen Weltraumbehörde
NASA werteten nun Daten von flugzeuggestützten Laservermessungen
aus. Insbesondere an seinen Rändern büßt der Eisschild
demnach an Masse ein, berichtet die Gruppe demnächst im Fachblatt
"Geophysical Research Letters". Gleichzeitig fällt
in manchen Gebieten der Insel mehr Schnee, stellenweise dreimal
mehr als üblich.
Die Messungen zeigten, "dass sich Grönlands Beitrag
zum Anstieg des Meeresspiegels seit Mitte der 90er-Jahre nahezu
verdoppelt hat", so Hanna. "Im Südosten Grönlands
hat das Eis in den Jahren 2002 bis 2003 dagegen einen Meter an
Dicke zugelegt, im Gegensatz zu dem jährlichen Verlust von
10 bis 40 Zentimeter Mitte der 90er-Jahre." In diesem Gebiet
seien drei Meter Schnee gefallen - die stärksten Niederschläge
seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen vor über
45 Jahren.
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