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Gletscher gibt alte Pflanzen frei
Ein abschmelzender Andengletscher hat Reste
Jahrtausende alter Pflanzen freigegeben. Forscher sehen dies als
Zeichen für eine tiefgreifende Klimaveränderung.
(jkm) - Überreste Jahrtausende alter Pflanzen hat ein Andengletscher
freigegeben. Einige der Funde scheinen gut 50.000 Jahre alt zu
sein, berichten amerikanische Geowissenschaftler auf einer Fachtagung
in San Francisco. Ihre Entdeckung sehen sie als weiteres Zeichen
für eine tiefgreifende Klimaveränderung.
Offenbar seien die Eismassen in den letzten 50.000 Jahren niemals
so stark zurückgewichen wie heute, argumentiert Lonnie Thompson
von der Ohio State University. Andernfalls wäre das Pflanzengewebe
nicht so gut erhalten geblieben. "Dieser Fund demonstriert
erneut den fortschreitenden Rückgang der Gebirgsgletscher
und damit den Verlust der Kronjuwelen der Erde", so der Forscher.

© Lonnie Thompson
Queccaya-Eisschild in den peruanischen Anden:
stärkster Rückgang seit 50.000 Jahren
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Thompson und seine Kollegen führten ihre Untersuchungen
am Queccaya-Eisschild in den peruanischen Anden durch. Schon vor
zwei Jahren hatte der Glaziologe am Rand des Eisschilds Pflanzenreste
entdeckt, die später auf ein Alter von beinahe 5.000 Jahren
datiert worden waren. Rund drei Kilometer von dem Fundort entfernt,
stieß er bei einem Spaziergang nun erneut auf vom Eis freigegebenes
Pflanzenmaterial. Das Alter von zwei der drei gesammelten Proben
beträgt ebenfalls etwa 5.000 Jahre. Für die dritte Probe
ergab die Radiokarbon-Datierung jedoch ein Alter von 50.000 Jahren.
Laut Thompson wurden die Proben mehrfach und in zwei unterschiedlichen
Laboratorien analysiert - mit ähnlichen Resultaten. Gleichzeitig
betont der Forscher, die C14-Methode liefere für derart altes
Material nur ungenaue Resultate. Daher sei der Wert lediglich
als Mindestalter anzusehen. Einer vorläufigen Analyse zufolge,
stammt das Material von Moosen der Gattung Breutelia und könnte
durchaus noch sequenzierbare DNA enthalten.
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