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Greenpeace: Giftige Pestizide und Nitrat im Salat
Blattsalate aus konventionellem Anbau sind nach
einer Untersuchung von Greenpeace häufig mit giftigen Pestiziden
und Nitrat belastet.
Hamburg (vv) - Keiner der untersuchten Salate aus konventioneller
Landwirtschaft aus dem Angebot von sechs großen Supermarktketten
sei frei von Pestizidrückständen gewesen, teilte die
Umweltorganisation am Montag mit. Fünf der 21 Kopf-, Eichblatt-
und Rucolasalate hätten den gesetzlichen Grenzwert für
Spritzmittel erreicht oder sogar überschritten - bis um das
36-fache. Die zum Teil massiven Überschreitungen fanden sich
laut Greenpeace in Salaten aus Italien und Belgien. Gut hätten
bei dem Test allein zwei Bio-Salate abgeschnitten, in denen keine
Pestizide nachgewiesen wurden. Greenpeace hat Anzeige gegen zwei
der Handelsketten wegen des wiederholten Verstoßes gegen
das Lebensmittelgesetz erstattet und fordert, die Vermarktung
derartiger Ware zu stoppen und die Hersteller zu nennen.
"Viele Pestizide dran und wenig Nährstoffe drin -
für Blattsalate gilt das oft gerade im Winter", sagte
Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Damit Kopf-,
Eichblatt- oder Rucolasalat in dieser Jahreszeit überhaupt
gedeiht, wird er häufig in Treibhäusern gepäppelt,
stark gespritzt und überdüngt, wodurch die Pestizid-
und Nitratwerte nach oben schnellen. Der Verkauf von fast einem
Viertel der Testware ist gesetzeswidrig. Bisher unternehmen Handelsketten
und Lebensmittelüberwachung nichts dagegen. Dies ist ein
Skandal, der die Gesundheit besonders von Kindern gefährdet,
da sich ihre Organe noch in der Entwicklung befinden."
Vor allem die Pestizide Deltamethrin, Diphenyl, Diflubenzuron,
Ethofenprox und Iprodion, die zum Teil Krebs auslösen und
das Hormonsystem beeinträchtigen könnten, hätten
zu hohe Werte aufgewiesen. In 91 Prozent der belasteten Salate
seien zudem gesundheitlich besonders bedenkliche Giftcocktails
mit bis zu acht Pestiziden gleichzeitig gefunden worden. In den
meisten Blattsalaten sei zusätzlich der Gehalt an Nitrat
stark erhöht gewesen. Diese könnten sich im Körper
in Krebs erzeugende Nitrosamine umwandeln.
Für den Test hatten Greenpeace-Mitarbeiter Ende November
in Supermärkten in Hamburg, Köln, Kassel, Leipzig und
Stuttgart Salate gekauft. Die Proben überprüfte ein
Speziallabor auf über 350 verschiedene Pestizidrückstände.
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