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- 06.12.2004 -

 

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Shampoos können auf die Nerven gehen

Ein in Shampoos, Hautcremes und vielen anderen Produkten enthaltenes Konservierungsmittel stört die Entwicklung von Nervenzellen.

(jkm) - Ein in zahlreichen Produkten enthaltenes Konservierungsmittel stört die Entwicklung von Nervenzellen. Das haben amerikanische Mediziner bei Versuchen an Zellkulturen ermittelt. Die Verbindung namens Methylisothiazolinon kommt beispielsweise in Shampoos und Hautcremes, aber auch in Farben und Klebstoffen zum Einsatz.

"Obwohl diese Verbindung immer breitere Anwendung findet, gibt es bislang keine Untersuchungen zur Neurotoxizität im Menschen, die Auskunft über eine unbedenkliche Exposition geben könnten", erläutert Elias Aizenman von der University of Pittsburgh. Der Neurobiologe und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate auf der Jahrestagung der American Society for Cell Biology in Washington, D.C.

Bereits vor zwei Jahren hatten die Forscher entdeckt, dass Methylisothiazolinon (MI) in sehr hohen Konzentrationen tödlich für ausgereifte Nervenzellen von Ratten ist. Nun untersuchten sie, wie sich niedrigere Konzentrationen auf heranreifende Nervenzellen auswirken. Normalerweise bilden solche Zellen zahlreiche Dendriten und ein Axon zum Empfang und zur Weiterleitung von Nervensignalen. Nach 18 Stunden in einer Nährlösung mit MI hatten die Zellen jedoch nur wenige oder keine derartige Ausläufer gebildet.

Ein Angriffspunkt des MI ist die Focal Adhesion Kinase (FAK), fanden die Forscher. Das Enzym beeinflusst das Aktinskelett einer Zelle und damit ihre Form und Bewegungen sowie ihre Kontakte mit anderen Zellen. Dazu muss das Protein jedoch durch Anhängen von Phosphatgruppen aktiviert werden - ein Prozess, den MI zu stören scheint.

Laut Aizenman müssen nun weitere Versuche an Zellen und Tieren durchgeführt werden. Seiner Ansicht nach kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass MI beim Menschen die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigt.

 

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 Mehr Informationen:

University of Pittsburgh Medical Center

Methylisothiazolinone

 

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