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Knochen aus Tofu
In Medizin und Zahnmedizin könnte Tofu
künftig als Material zur Förderung des Knochenwachstums
eingesetzt werden.
(jkm) - Wer schon einmal Tofu gegessen hat, würde die weiße
Masse kaum mit Stabilität und Festigkeit in Verbindung bringen.
Tatsächlich könnte das Sojaprodukt eine tragende Rolle
in Medizin und Zahnmedizin spielen, sind britische und italienische
Forscher überzeugt. Ein von ihnen entwickeltes Polymer auf
Tofubasis fügt sich in Knochenbrüche und -defekte ein
und fördert deren Heilung.
Bisher würden Materialien zur Förderung des Knochenwachstums
häufig aus tierischem Gewebe hergestellt, erläutert
Matteo Santin von der University of Brighton. Diese Matrizen seien
jedoch teuer und brächten zudem das Risiko einer Übertragung
von Krankheitserregern mit sich - ganz im Gegensatz zum pflanzlichen
Tofu, das aus entfetteter Sojamilch hergestellt wird und fast
ausschließlich aus Eiweiß besteht.
Vom Körper vollständig abgebaut
Laut Matteo und seinen Kollegen von der Universität Neapel
fördern diese Proteine das Wachstum von neuem Knochengewebe,
provozieren gleichzeitig jedoch keine Immunantwort und werden
vom Körper im Laufe der Zeit vollständig abgebaut. Zudem
könne das von ihnen entwickelte Tofu-Polymer in den unterschiedlichsten
Formen hergestellt werden, etwa als Membranen, solide "Knochenschablonen"
oder Pasten.
Eine mögliche Anwendung sehen die Materialwissenschaftler
bei schwerer Parodontose. Das Polymer könnte helfen, den
durch die Entzündung angegriffenen Kieferknochen und damit
die Verankerung der Zähne zu stärken.
Weitere Einsatzmöglichkeiten erarbeiten die Forscher derzeit
in Zusammenarbeit mit Medizinern. Gefördert wird ihre Arbeit
von der britischen NESTA, einer aus Einnahmen der staatlichen
Lotterie finanzierten Stiftung mit dem Zweck der Innovationsförderung.
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