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Kirchenluft ist ungesund
Aufgrund von Kerzen und Weihrauch findet man
in Kirchenluft häufig mehr Schadstoffe als an einer viel
befahrenen Straße.
(jkm) - Kerzen und Weihrauch sorgen dafür, dass die Konzentration
Krebs erregender Substanzen in Kirchenluft höher ist als
in der Luft an einer viel befahrenen Straße. Das berichten
niederländische Mediziner im "European Respiratory Journal".
Die Konzentration ebenfalls schädlichen Feinstaubs kann die
europäischen Grenzwerte sogar um ein Vielfaches überschreiten.
Theo de Kok von der Universität Maastricht und seine Kollegen
führten ihre Messungen in einer kleinen Kapelle und in der
großen Basilika der Stadt durch. Die Forscher simulierten
einen Gottesdienst, indem sie Weihrauch verbrannten, und ließen
zudem neun Stunden lang Kerzen brennen.
12- bis 20fache des erlaubten Mittelwertes
Zu ihrer Verblüffung stellten die Forscher fest, dass die
Konzentration von Feinstaub mit Partikeldurchmessern unter zehn
Mikrometern (PM10) nach diesen Maßnahmen viermal höher
war als noch vor dem Beginn der morgendlichen Andacht. Wie das
Team berichtet, lagen die Konzentrationen bei 600 bis 1.000 Mikrogramm
pro Kubikmeter Luft, "entsprechend dem 12- bis 20fachen des
in Europa maximal erlaubten 24-Stunden-Mittelwertes."
Feinstaubpartikel bestehen unter anderem aus Ruß, Krebs
erregenden Kohlenwasserstoffen und Mineralien. Indem die feinen
Teilchen tief in die Atemwege eindringen, können sie die
Funktion von Lunge und Herz beeinträchtigen.
"Zudem fanden wir sehr hohe Konzentrationen polyzyklischer
aromatischer Kohlenwasserstoffe, ebenfalls als Krebs erregend
bekannt, und verschiedene Typen freier Radikale", ergänzt
de Kok. Zwar bestehe noch reichlich Forschungsbedarf, so der Mediziner,
dennoch seien die Resultate beunruhigend.
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