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Grönlandgletscher beschleunigt
Gletscher reagieren viel rascher und dramatischer
auf Klimaveränderungen als bislang vermutet.
(jkm) - Gletscher können ein sehr viel dynamischeres Verhalten
an den Tag legen, als gemeinhin angenommen. Entsprechende Beobachtungsresultate
präsentieren drei US-Forscher im Magazin "Nature".
Ein großer Grönlandgletscher, der Eismassen aus dem
Innern der Insel in den Ozean befördert, hat seine Fließgeschwindigkeit
seit Mitte der 80er-Jahre langsam reduziert und dann schlagartig
verdoppelt.
"Viele Klimamodelle gehen davon aus, dass Gletscher nur
zögerlich auf Klimaveränderungen reagieren", erläutert
Ian Joughin vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena.
Die neuen Resultate zeigten jedoch eine Verdopplung der Abflussrate
jenseits aller Modellvorhersagen, so der Forscher. "Eisschilde
können also durchaus rasch und auf dramatische Weise auf
Klimaveränderungen reagieren."

© NASA/USGS
Jakobshavn Isbræ-Gletscher
an der Westküste Grönlands: Fließgeschwindigkeit
nahm in den Jahren 2001 - 2003 zu.
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Klimaerwärmung beschleunigt Gletscher
Joughin und Kollegen studierten den Gletscher Jakobshavn Isbræ,
der an Westküste Grönlands in die Baffinbai mündet
und sich aus gut einem Fünfzehntel der Eisschildfläche
speist. Indem die Forscher Satellitenaufnahmen sowie von Flugzeugen
aus durchgeführte Laser- und Radarmessungen analysierten,
fanden sie, dass die Fließgeschwindigkeit im Zeitraum 1985
bis 1992 von 6.700 auf 5.700 Meter pro Jahr sank. Gleichzeitig
nahm der Gletscherstrom an Mächtigkeit zu.
Ab dem Jahr 1997 stieg die Geschwindigkeit wieder an und erreichte
im Jahr 2000 gut 9.400, im Jahr 2003 sogar 12.600 Meter pro Jahr.
Und indem der Eisstrom immer schneller wurde, sank seine Dicke
pro Jahr um gut 15 Meter, berichten die Forscher. Gleichzeitig
brachen immer größere Teile der auf dem Meer schwimmenden
Gletscherzunge ab.
Auch andere Gletscher "haben pro Jahr um einen Meter oder
mehr an Mächtigkeit eingebüßt", erläutert
Waleed Abdalati vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt,
Maryland. "Unserer Ansicht nach kann dies nicht allein durch
Abschmelzen erklärt werden. Vielmehr halten wir es für
eine dynamische Reaktion auf die Erwärmung: Die Gletscher
beschleunigen."
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