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Mehr Hitzewellen erwartet
Bis zum Jahr 2040 könnte jeder zweite
Sommer noch wärmer werden als der Rekordsommer 2003, meinen
Klimaforscher.
(jkm) - Der letzte Sommer war in Europa der wärmste seit
Beginn meteorologischer Aufzeichnungen. Die Wahrscheinlichkeit
für diese extremen Temperaturen wurde durch den Einfluss
des Menschen auf das Klima mehr als verdoppelt, schreiben drei
britische Forscher im Magazin "Nature". Und in wenigen
Jahrzehnten werde man wohl an einen angenehm kühlen Sommer
2003 zurückdenken.
Die Rekordtemperaturen des letzten Sommers machten sich nicht
nur in Form niedriger Wasserstände oder erhöhter Stromerzeugungskosten
bemerkbar. Europaweit forderten sie schätzungsweise auch
weit über 20.000 Todesopfer. In Zukunft könnten solche
Hitzewellen die Regel sein, glauben Peter Stott vom Hadley Centre
for Climate Prediction and Research, Reading, und seine Kollegen.
Bis zum Jahr 2040 könnte jeder zweite Sommer sogar noch wärmer
werden.
Die Forscher stützen sich auf zahlreiche Klimasimulationen,
bei denen sie die Anfangsbedingungen variierten und teilweise
nur natürliche Einflussfaktoren berücksichtigten. Um
den gemessenen Verlauf und die beobachtete Variabilität des
Klimas nachzuahmen, muss demnach auch der menschliche Einfluss
auf Treibhausgase, Sulfataerosole und Ozon in der Atmosphäre
berücksichtig werden. Diese anthropogenen Faktoren haben
die Wahrscheinlichkeit für höhere Temperaturen als im
zweitwärmsten Sommer, dem des Jahres 2001, demnach mit einer
Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent mindestens verdoppelt.
Die "beste Schätzung" liege bei einer Vervierfachung
des Risikos, so die Forscher.
Je nach Emissionsszenario, könnte die Wahrscheinlichkeit
für weitere "Rekordsommer" bis zum Jahr 2040 um
das Einhundertfache steigen, schreiben Stott und Kollegen. Angesichts
dieser Daten "fällt es schwer, nicht zu der Schlussfolgerung
zu kommen, dass bereits eine potenziell gefährliche Beeinflussung
des Klimasystems durch den Menschen stattfindet." Die Risikoabschätzung
gebe ein denkbares Instrument an die Hand, "um die mit solchen
extremen Ereignissen einhergehenden Kosten umzulegen."
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