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Eltern übersehen Übergewicht bei Kindern
Viele Eltern bemerken gar nicht, dass ihre Kinder
übergewichtig sind. Dies zeigt eine aktuelle englische Studie.
(jkm) - Viele Eltern übersehen das Übergewicht ihrer
Kindern. Darauf deuten die Resultate einer Studie hin, die eine
englische Forscherin und ihre Kollegen im "British Medical
Journal" vorstellen. Selbst wenn die Söhne oder Töchter
formell als fettleibig eingestuft werden mussten, fand etwa jedes
zweite Elternteil sie "ganz in Ordnung".
Offenbar klaffe eine breite Lücke zwischen dem von Laien
wahrgenommenen Durchschnittsgewicht und der klinischen Definition
von Normalgewicht, schließen Alison Jeffery und ihre Kollegen
von der Peninsula Medical School in Plymouth. Der Mangel an elterlicher
Besorgtheit bedeute, "dass uns entscheidende Partner im Kampf
gegen eine drohende Krise in der öffentlichen Gesundheit
fehlen."
Die Forscher befragten die Eltern von 277 zufällig ausgewählten
Kindern. Unter anderem sollten sie auf einer 5-Punkte-Skala angeben,
wie sie das Gewicht ihrer Kinder einstuften und ob sie darüber
besorgt waren. Dann wurden die Kinder und ihre Eltern gewogen.
Erstere wurden als übergewichtig bzw. fettleibig eingestuft,
wenn sie zu den schwersten 9 bzw. 2 Prozent ihres Alters zählten.
Bei letzteren lagen die Schwellen bei einem Body-Mass-Index (BMI)
von 25 bzw. 30 Kilogramm pro Quadratmeter.
Neunzehn Prozent der Kinder waren demnach mindestens übergewichtig
und elf Prozent sogar fettleibig, berichten Jeffery und Kollegen
in einem online veröffentlichten Artikel. Nur etwa die Hälfte
der Eltern war sich dieser Tatsache auch bewusst und zeigte sich
besorgt. Zwar waren auch 52 Prozent der Mütter und 72 Prozent
der Väter übergewichtig. Zumindest bei den Müttern
schien das eigene Gewicht jedoch keinen Einfluss auf die Einschätzung
des Nachwuchses zu haben. Der sozio-ökonomische Status schien
weder das Gewicht noch dessen Einschätzung zu beeinflussen.
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