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- 15.11.2004 -

 

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Algensubstanz hält die Lunge frei

Giftige Algen könnten sich vielleicht als segensreich für Patienten mit Atemwegserkrankungen erweisen.

(jkm) - Eine Substanz, mit der sich die Algen gegen ihre eigenen Toxine schützen, beschleunigt den Schleimtransport in den Atemwegen und damit deren Selbstreinigung. Daher könnte sie insbesondere Patienten mit Cystischer Fibrose helfen, bei denen zäher Schleim die Atmung behindert und als Nährboden für Bakterien dient. Darauf deuten Versuche amerikanischer Mediziner und Meeresbiologen hin.

Dabei wirkt die Verbindung namens Brevenal bereits in millionenfach geringerer Konzentration als herkömmliche Wirkstoffe, fanden die Forscher um William Abraham von der University of Miami und Daniel Baden von der University of North Carolina in Wilmington. Über ihre Versuche an Schafen berichten sie im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine".

Auf die erstaunliche Wirksamkeit stießen die Wissenschaftler, als sie den Dinoflagellaten Karenia brevis und die von ihm produzierten Brevetoxine untersuchten. Die einzellige Alge kann sich mitunter massenhaft vermehren und färbt das Wasser dann rot-braun - ein als "Red Tide" bezeichnetes Phänomen. Ihre Giftstoffe können Fischsterben auslösen, Muscheln ungenießbar machen und Hautreizungen sowie Atemwegsverengungen beim Menschen auslösen.

Letzteres konnte die Gruppe auch bei Schafen beobachten. Das Zusammenziehen der Bronchien blieb allerdings aus, wenn die Tiere zuvor Brevenal oder das synthetische beta-Naphthoyl-Brevetoxin-3 verabreicht bekommen hatten. Damit nicht genug: Die beiden Anti-Toxine steigerten auch die Geschwindigkeit des Schleimtransports, wie er durch feine Wimpern auf den Zellen der Atemwegswandung bewerkstelligt wird.

"Wir vermuten, dass dieser Effekt auf eine verstärkte Bewegung dieser Wimpern und eine Verdünnung des Schleims zurückgeht", erläutert Baden. Die beiden Verbindungen könnten daher als Ausgangspunkte für die Entwicklung neuer Medikamente dienen, sind der Forscher und seine Kollegen überzeugt.

 

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 Mehr Informationen:

Center for Marine Science, UNC Wilmington

Giftalgen/Red Tides

 

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