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Algensubstanz hält die Lunge frei
Giftige Algen könnten sich vielleicht als
segensreich für Patienten mit Atemwegserkrankungen erweisen.
(jkm) - Eine Substanz, mit der sich die Algen gegen ihre eigenen
Toxine schützen, beschleunigt den Schleimtransport in den
Atemwegen und damit deren Selbstreinigung. Daher könnte sie
insbesondere Patienten mit Cystischer Fibrose helfen, bei denen
zäher Schleim die Atmung behindert und als Nährboden
für Bakterien dient. Darauf deuten Versuche amerikanischer
Mediziner und Meeresbiologen hin.
Dabei wirkt die Verbindung namens Brevenal bereits in millionenfach
geringerer Konzentration als herkömmliche Wirkstoffe, fanden
die Forscher um William Abraham von der University of Miami und
Daniel Baden von der University of North Carolina in Wilmington.
Über ihre Versuche an Schafen berichten sie im "American
Journal of Respiratory and Critical Care Medicine".
Auf die erstaunliche Wirksamkeit stießen die Wissenschaftler,
als sie den Dinoflagellaten Karenia brevis und die von ihm produzierten
Brevetoxine untersuchten. Die einzellige Alge kann sich mitunter
massenhaft vermehren und färbt das Wasser dann rot-braun
- ein als "Red Tide" bezeichnetes Phänomen. Ihre
Giftstoffe können Fischsterben auslösen, Muscheln ungenießbar
machen und Hautreizungen sowie Atemwegsverengungen beim Menschen
auslösen.
Letzteres konnte die Gruppe auch bei Schafen beobachten. Das
Zusammenziehen der Bronchien blieb allerdings aus, wenn die Tiere
zuvor Brevenal oder das synthetische beta-Naphthoyl-Brevetoxin-3
verabreicht bekommen hatten. Damit nicht genug: Die beiden Anti-Toxine
steigerten auch die Geschwindigkeit des Schleimtransports, wie
er durch feine Wimpern auf den Zellen der Atemwegswandung bewerkstelligt
wird.
"Wir vermuten, dass dieser Effekt auf eine verstärkte
Bewegung dieser Wimpern und eine Verdünnung des Schleims
zurückgeht", erläutert Baden. Die beiden Verbindungen
könnten daher als Ausgangspunkte für die Entwicklung
neuer Medikamente dienen, sind der Forscher und seine Kollegen
überzeugt.
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