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Eis in der Arktis schmilzt dramatisch
Der Klimawandel in der Arktis schreitet offenbar
weit schneller voran als bislang angenommen, warnen Wissenschaftler.
(vv) - Kein Eis am Nordpol dieses Szenario könnte
schon sehr bald eintreten. Ein aktueller Bericht des Arktischen
Rates kommt zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel in der Arktis
rasant, quasi im Zeitraffertempo, zuschlägt. Das Klimaprogramm
des Rates Arctic Climate Impact Assessment (ACIA)
legt in dieser Woche den bislang umfassendsten Bericht zum Klimawandel
in der Arktis vor. Der Arktische Rat, ein Forum aus den acht Anrainerstaaten,
hat mehr als 250 Wissenschaftler an der Untersuchung beteiligt.
Sie kommen zu dem Schluß, dass die Temperaturen in der Polregion
zwei bis drei Mal so stark ansteigen werden wie in anderen Teilen
der Welt. Das sommerliche Packeis ist auf dem Rückzug und
könnte bis zum Ende des Jahrhunderts völlig verschwunden
sein. Auch im Winter wird die Eisdecke erheblich dünner.
Die Folgen sind nach Meinung der Umweltorganisation WWF dramatisch:
Eisbären, deren Lebensraum das Packeis ist, dürften
bis zum Ende des Jahrhunderts zum Aussterben verurteilt sein.
Durch abschmelzende Gletscher sei mit einem Anstieg des weltweiten
Meeresspiegels um etwa einen Meter zu rechnen. Die gewaltigen
Mengen an Schmelzwasser könnten die Meeresströmungen
beeinflussen, selbst eine Störung des Golfstromes würden
die Forscher nicht ausschließen.
Industriestaaten müssen handeln
Für den WWF ist das ein geradezu "apokalyptisches Szenario".
"Die Folgen werden nicht nur für die Polregion gravierend
sein, sondern sich auf der ganze Welt auswirken. Die Industriestaaten
müssen mehr tun, um ihren Treibhausgasausstoß möglichst
schnell herunterzufahren", sagte Peter Prokosch, Geschäftsführer
des WWF Deutschland.
Die arktischen Staaten, darunter neben den USA auch Kanada und
Russland, seien für etwa 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen
verantwortlich. Es sei höchste Zeit, dass der Klimaschutz
auch von diesen Ländern konsequenter vorangetrieben werde.
Nur so lasse sich die gravierenden Folgen abschwächen.
Anstieg des Meeresspiegels
Der Bericht beschreibt laut WWF klar, dass die klimatischen Veränderungen
im Norden auch für den Rest der Welt erhebliche Auswirkungen
hätten: Ein Anstieg des Meeresspiegels bedrohe rund 17 Millionen
Menschen, deren Heimat nur einen Meter über dem derzeitigen
Meeresspiegel liege. Betroffen sind dem Bericht zufolge neben
Bangladesh und Indien auch Florida und Louisiana.
Weiterer Temperaturanstieg
Schon heute lasse sich in der Arktis ein dramatischer Temperaturanstieg
beobachten. In den nächsten 100 Jahren sei mit einer weiteren
Zunahme um vier bis sieben Grad zu rechnen. Außer dem Packeis
sei auch die arktische Schneedecke auf dem Rückzug. Die Wissenschaftler
erwarten, dass sich dieser Trend noch verstärkt. Weniger
Schnee bedeutet, dass weniger Sonnenwärme reflektiert und
der Planet zusätzlich aufgeheizt wird. Ein Teufelskreis.
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