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- 10.11.2004 -

 

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Eis in der Arktis schmilzt dramatisch

Der Klimawandel in der Arktis schreitet offenbar weit schneller voran als bislang angenommen, warnen Wissenschaftler.

(vv) - Kein Eis am Nordpol – dieses Szenario könnte schon sehr bald eintreten. Ein aktueller Bericht des Arktischen Rates kommt zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel in der Arktis rasant, quasi im Zeitraffertempo, zuschlägt. Das Klimaprogramm des Rates „Arctic Climate Impact Assessment“ (ACIA) legt in dieser Woche den bislang umfassendsten Bericht zum Klimawandel in der Arktis vor. Der Arktische Rat, ein Forum aus den acht Anrainerstaaten, hat mehr als 250 Wissenschaftler an der Untersuchung beteiligt. Sie kommen zu dem Schluß, dass die Temperaturen in der Polregion zwei bis drei Mal so stark ansteigen werden wie in anderen Teilen der Welt. Das sommerliche Packeis ist auf dem Rückzug und könnte bis zum Ende des Jahrhunderts völlig verschwunden sein. Auch im Winter wird die Eisdecke erheblich dünner.

Die Folgen sind nach Meinung der Umweltorganisation WWF dramatisch: Eisbären, deren Lebensraum das Packeis ist, dürften bis zum Ende des Jahrhunderts zum Aussterben verurteilt sein. Durch abschmelzende Gletscher sei mit einem Anstieg des weltweiten Meeresspiegels um etwa einen Meter zu rechnen. Die gewaltigen Mengen an Schmelzwasser könnten die Meeresströmungen beeinflussen, selbst eine Störung des Golfstromes würden die Forscher nicht ausschließen.

Industriestaaten müssen handeln

Für den WWF ist das ein geradezu "apokalyptisches Szenario". "Die Folgen werden nicht nur für die Polregion gravierend sein, sondern sich auf der ganze Welt auswirken. Die Industriestaaten müssen mehr tun, um ihren Treibhausgasausstoß möglichst schnell herunterzufahren", sagte Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland.

Die arktischen Staaten, darunter neben den USA auch Kanada und Russland, seien für etwa 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Es sei höchste Zeit, dass der Klimaschutz auch von diesen Ländern konsequenter vorangetrieben werde. Nur so lasse sich die gravierenden Folgen abschwächen.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Bericht beschreibt laut WWF klar, dass die klimatischen Veränderungen im Norden auch für den Rest der Welt erhebliche Auswirkungen hätten: Ein Anstieg des Meeresspiegels bedrohe rund 17 Millionen Menschen, deren Heimat nur einen Meter über dem derzeitigen Meeresspiegel liege. Betroffen sind dem Bericht zufolge neben Bangladesh und Indien auch Florida und Louisiana.

Weiterer Temperaturanstieg

Schon heute lasse sich in der Arktis ein dramatischer Temperaturanstieg beobachten. In den nächsten 100 Jahren sei mit einer weiteren Zunahme um vier bis sieben Grad zu rechnen. Außer dem Packeis sei auch die arktische Schneedecke auf dem Rückzug. Die Wissenschaftler erwarten, dass sich dieser Trend noch verstärkt. Weniger Schnee bedeutet, dass weniger Sonnenwärme reflektiert und der Planet zusätzlich aufgeheizt wird. Ein Teufelskreis.

 

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© ArtToday

Wenn das Packeis ausbliebe, müssten Eisbären hungern, da ihnen dann der Weg zu ihren Jagdgebieten abgeschnitten wäre.


 Mehr Informationen:

Arctic Climate Impact Assessment (ACIA)

MPI für Meteorologie: Schmelzen die Gletscher und die Polkappen?

 

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