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Sonne: Historische Hyperaktivität
Seit über 8.000 Jahren war die Sonne nicht
mehr so aktiv wie heute. Die Sonnenaktivität spielt aber
nur eine geringe Rolle beim Klimawandel, meinen Forscher.
(jkm) - In den letzten sechs Jahrzehnten war die Sonne so aktiv
wie in den 8.000 Jahren zuvor nicht mehr. Das berichtet eine europäische
Forschergruppe im Magazin "Nature". Indem die Forscher
bis zum Ende der letzten Eiszeit zurückreichende Baumringe
studierten, konnten sie auf die jeweilige mittlere Zahl von Sonnenflecken
schließen.
Zwar könnte dieses Resultat für die Annahme sprechen,
die Sonne habe zu dem ungewöhnlichen Klimawandel im 20. Jahrhundert
beigetragen, schreiben die Forscher um Sami Solanki vom Max-Planck-Institut
für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau. "Wir weisen
jedoch darauf hin, dass die Variabilität der Sonne wahrscheinlich
nicht die Hauptursache für die starke Erwärmung der
letzten drei Jahrzehnte war."

© Max-Planck-Institut für
Sonnensystemforschung
Großer Sonnenfleck, der Anfang September
2004 auf der Sonne zu sehen war. Das Bildfeld umfasst
ca. 45.000 mal 30.000 Kilometer auf der Sonne - die gesamte
Erde würde also mehrfach in das Bild passen. Die
Aufnahme wurde von Vasily Zakharov mit dem 1-Meter-Sonnenteleskop
auf der Insel La Palma gewonnen.
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Sonnenaktivität wird zurückgehen
Sonnenflecken bilden sich an Stellen der Sonnenoberfläche,
an denen starke Magnetfelder den Energietransport aus dem Sonneninnern
behindern. Besonders zahlreich sind sie in Phasen hoher Sonnenaktivität,
in denen der starke Sonnenwind die Erde gegen kosmische Strahlung
abschirmt. Als Folge entsteht in der oberen Atmosphäre weniger
radioaktiver Kohlenstoff-14 und wird in geringeren Mengen von
wachsenden Pflanzen aufgenommen.
Solanki und Kollegen verfolgten diese Kette nun in umgekehrter
Richtung, um anhand des Kohlenstoff-14-Gehalts in bis zu 11.400
Jahre alten Baumringen auf die Sonnenaktivität in der Vergangenheit
zu schließen. Dabei fanden sie im Zeitraum bis etwa 6.000
vor Christus mehrere Episoden hoher Sonnenaktivität.
Seitdem hat sich unser Mutterstern jedoch relativ ruhig verhalten,
um vor 60 Jahren erstmals wieder sehr hohe Zahlen von Sonnenflecken
zu zeigen. Anhand ihrer Rekonstruktion schätzen die Forscher,
dass sich die Sonne mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch
vor Ende des 21. Jahrhunderts wieder mäßigen wird.
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