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- 27.10.2004 -

 

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Sonne: Historische Hyperaktivität

Seit über 8.000 Jahren war die Sonne nicht mehr so aktiv wie heute. Die Sonnenaktivität spielt aber nur eine geringe Rolle beim Klimawandel, meinen Forscher.

(jkm) - In den letzten sechs Jahrzehnten war die Sonne so aktiv wie in den 8.000 Jahren zuvor nicht mehr. Das berichtet eine europäische Forschergruppe im Magazin "Nature". Indem die Forscher bis zum Ende der letzten Eiszeit zurückreichende Baumringe studierten, konnten sie auf die jeweilige mittlere Zahl von Sonnenflecken schließen.

Zwar könnte dieses Resultat für die Annahme sprechen, die Sonne habe zu dem ungewöhnlichen Klimawandel im 20. Jahrhundert beigetragen, schreiben die Forscher um Sami Solanki vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau. "Wir weisen jedoch darauf hin, dass die Variabilität der Sonne wahrscheinlich nicht die Hauptursache für die starke Erwärmung der letzten drei Jahrzehnte war."

 


© Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung

Großer Sonnenfleck, der Anfang September 2004 auf der Sonne zu sehen war. Das Bildfeld umfasst ca. 45.000 mal 30.000 Kilometer auf der Sonne - die gesamte Erde würde also mehrfach in das Bild passen. Die Aufnahme wurde von Vasily Zakharov mit dem 1-Meter-Sonnenteleskop auf der Insel La Palma gewonnen.

 

Sonnenaktivität wird zurückgehen

Sonnenflecken bilden sich an Stellen der Sonnenoberfläche, an denen starke Magnetfelder den Energietransport aus dem Sonneninnern behindern. Besonders zahlreich sind sie in Phasen hoher Sonnenaktivität, in denen der starke Sonnenwind die Erde gegen kosmische Strahlung abschirmt. Als Folge entsteht in der oberen Atmosphäre weniger radioaktiver Kohlenstoff-14 und wird in geringeren Mengen von wachsenden Pflanzen aufgenommen.

Solanki und Kollegen verfolgten diese Kette nun in umgekehrter Richtung, um anhand des Kohlenstoff-14-Gehalts in bis zu 11.400 Jahre alten Baumringen auf die Sonnenaktivität in der Vergangenheit zu schließen. Dabei fanden sie im Zeitraum bis etwa 6.000 vor Christus mehrere Episoden hoher Sonnenaktivität.

Seitdem hat sich unser Mutterstern jedoch relativ ruhig verhalten, um vor 60 Jahren erstmals wieder sehr hohe Zahlen von Sonnenflecken zu zeigen. Anhand ihrer Rekonstruktion schätzen die Forscher, dass sich die Sonne mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch vor Ende des 21. Jahrhunderts wieder mäßigen wird.

 

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 Mehr Informationen:

Max-Planck-Institut für Sonnensystem-forschung

Die Sonne

Die Sonne - ein ganz normaler Stern

NASA: The Sun Today

 

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