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Lungenfunktion variiert mit Tageszeit
Auch die Lunge steht unter dem Einfluss einer
inneren Uhr, hat ein amerikanischer Mediziner ermittelt.
(jkm) - Gegen Mittag setzen die Atemwege dem Luftstrom einen
besonders hohen Widerstand entgegen. Besonders frei atmet es sich
dagegen ab 16 Uhr, berichtete der Forscher auf einer Fachtagung
in Seattle.
"Diese Studie zeigt, dass die Lungenfunktion einen eigenen
Rhythmus besitzt", erläutert Boris Medarov vom Long
Island Jewish Medical Center in New Hyde Park, New York. "Möglicherweise
wird dadurch bestimmt, wie viel Energie wir im Laufe des Tages
umsetzen und welche Zeiten am besten für bestimmte Aktivitäten
geeignet sind."
Seit langem weiß man, dass der Körper einem Rhythmus
von ungefähr 24 Stunden folgt, der durch die Sonne täglich
neu getaktet wird. Medarov analysierte nun Daten von über
4.800 Lungenfunktionsprüfungen, die in seinem Krankenhaus
im Laufe von fünf Jahren durchgeführt worden waren.
Dabei teilte er die Messwerte je nach Tageszeit der Untersuchung
in neun Gruppen ein, von 8 bis 17 Uhr.
Als Maß für den Widerstand der Atemwege berechnete
der Mediziner das Verhältnis von forciertem Einsekundenvolumen
und forcierter Vitalkapazität, jenen Volumina, die ein Patient
binnen einer Sekunde bzw. insgesamt ausstoßen kann. Am niedrigsten
war dieser Wert bei Untersuchungen zwischen 12 und 13 Uhr, am
höchsten dagegen nach 16 Uhr.
Die Resultate könnten durchaus praktischen Wert haben, so
Medarov. Asthmapatienten könnten ihre Medikamenteneinnahme
entsprechend anpassen, und vielleicht sollte auch das Entfernen
eines Beatmungsschlauches bei Intensivpatienten möglichst
nachmittags erfolgen.
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