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Premiere: Wasserstoff aus dem Sonnenofen
Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) ist es erstmals gelungen, Wasserdampf durch konzentriertes
Sonnenlicht thermisch zu spalten und Wasserstoff zu gewinnen.
(jkm) - Das Verfahren könnte vielleicht einmal eine Alternative
zur elektrolytischen Wasserspaltung mit Strom darstellen. Wasserstoff
gilt als umweltfreundlicher Energieträger, da bei seiner
Verbrennung ausschließlich Wasser anfällt.
Wollte man Wasser allein durch Hitze spalten, wären dazu
mehrere Tausend Grad Celsius nötig. Indem die Kölner
DLR-Forscher um Andreas Neumann und Robert Pitz-Paal verschiedene
chemische Reaktionen kombinieren, können sie das Molekül
in ihrem Sonnenofen bereits bei deutlich niedrigerer Stufe zerlegen.
Als "Ofenblech" fungiert dabei ein Metalloxid auf einem
keramischen Träger. Strömt heißer Wasserdampf
an dem Material vorbei, nimmt das Metalloxid bei Temperaturen
von 600 bis 800 Grad Celsius den Sauerstoff aus den Wassermolekülen
auf, während der Wasserstoff freigesetzt wird. Das Metalloxid
wird schließlich regeneriert, indem der Sauerstoff bei Temperaturen
um 1.300 Grad wieder ausgetrieben wird. Die nötigen Temperaturen
erzeugen die Forscher durch Konzentration von Sonnenstrahlung.
Beide Schritte konnten bei den jüngsten Versuchen in mehreren
aufeinander folgenden Zyklen und mit reproduzierbaren Resultaten
durchgeführt werden, teilt das DLR mit. In weiteren Arbeiten
sollen nun die Ausbeute und die Langzeitfestigkeit des Metalloxids
verbessert werden. Der Sonnenofen diene dabei als Modell für
einen künftigen Solarturm zur Wasserstofferzeugung im größeren
Maßstab.
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