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- 13.10.2004 -

 

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Reis: Sattmacher der Menschheit - wie lange noch?

Das "Brot Asiens" liefert weltweit ein Fünftel der Nahrungsenergie. Doch der Reisanbau verbraucht zuviel Wasser. Gentechnik und neue Anbaumethoden sollen helfen.

(aid) - In der alten hinduistischen Sprache Sanskrit bedeutet Reis so viel wie "Ernährer der Menschheit". Diese alte Weisheit gilt heute mehr denn je: Inzwischen nähren die Körner der zur Gattung Oryza gehörenden Pflanze mehr als drei Milliarden Menschen und steuern über 20 Prozent zur weltweiten Nahrungsenergie bei. Mit dem Welternährungstag am 16. Oktober erinnern die Vereinten Nationen (FAO) an das bestehende Problem, weltweit die Bevölkerung ausreichend mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser zu versorgen. Derzeit leiden rund 800 Millionen Menschen Hunger, 170 Millionen davon sind Kinder. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2004 als "Internationales Reis-Jahr" ausgerufen, um auf die Rolle dieser Kulturpflanze bei Ernährungssicherung und Bekämpfung von Armut aufmerksam zu machen.

Hoher Wasserverbrauch

Doch der Reisanbau verbraucht zuviel Wasser: Bis zu 5000 Liter werden benötigt, um ein Kilogramm Reis zu erzeugen. Über die drastischen Auswirkungen und Lösungsversuche berichtet die aid-Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" in ihrer Oktoberausgabe: In China sank der Grundwasserspiegel in der Ebene um Peking um bis zu drei Metern. Die Regierung hat den Reisanbau in einem Umkreis von 40 Tausend Hektar rund um ihre Hauptstadt verboten. Aufgrund zunehmender Wasserknappheit schätzen Experten, dass in zwanzig Jahren auf rund einem Viertel der weltweiten Anbaufläche Reis nicht mehr wie bisher angebaut werden kann.

Gentechnik gegen Mangelernährung

Mit Hochdruck arbeiten Wissenschaftler daher an Lösungsstrategien: Ein Ansatz ist die Gentechnik. So werden Reispflanzen entwickelt, die resistent gegen Pflanzenschutzmittel, Schädlinge, Salz, Dürre oder Kälte sind und beta-Carotin sowie Eisen bildende Gene enthalten, um mangelernährte Menschen besser mit diesen Nährstoffen zu versorgen ("Goldener Reis"). Auf wasserärmere Anbaumethoden setzen chinesische und brasilianische Wissenschaftler, die eine aerobe Reissorte entwickelten, die zur Hälfte weniger Wasser verbraucht; der Ertrag sank jedoch um ein Viertel. Ebenfalls geringere Erträge brachte eine von deutschen Wissenschaftlern entwickelte Anbaumethode, bei der die Reisfelder mit Mulch oder Plastikplanen abgedeckt werden. So konnte bis zu 60 Prozent Wasser eingespart werden.

Sortenvielfalt nimmt ab

Ertragssteigerungen können durch Hochleistungs-Hybridreis erzielt werden. Bei einer auf den Philippinen angewendeten Methode liefert die Hybrid-Saat rund 20 Prozent mehr Ertrag. Die Bauern sind jedoch darauf angewiesen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen. Die Vielfalt der angebauten Reissorten hat inzwischen stark abgenommen. Heute wird auf den Philippinen nur noch eine Hand voll unterschiedlicher Sorten angebaut - anstelle der früher rund 3000 verschiedenen Sorten. Folge ist ein vermehrter Schädlings-, Pilz- und Unkrautbefall, so dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wächst.

Traditionelle Anbaumethode erfolgreich

Vielversprechend und ohne negative Begleiterscheinungen scheint eine aus Madagaskar stammende Anbaumethode mit traditionellen Reissorten zu sein. Die Farmer pflanzten ihre Setzlinge früher als üblich, in größerem Abstand und hielten die Böden nur feucht anstatt sie zu überfluten. Auf diese Weise ernteten sie fast die doppelte Menge. Die FAO unterstützt die Erhaltung der biologischen Sortenvielfalt mit ihrem diesjährigen Motto "Biodiversität im Dienste der Ernährungssicherheit".

 

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© ArtToday

Traditioneller Reisanbau in Asien: Hoher Wasserverbrauch

 

 Mehr Informationen:

Vollständiger Artikel "Reis - Korn des Lebens" von Michael Netzhammer in der aid-Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus"

Internationales Reis-Jahr

Über Reis

 

 Lesen Sie auch:

FAO beschließt Recht auf Nahrung

Gentechnologie als Mittel zur Hungerbekämpfung?

Bericht: Milliarden ohne sauberes Wasser

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