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- 12.10.2004 -

 

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Globale Karten der Luftverschmutzung

Aus Daten des Umweltsatelliten Envisat haben Forscher eine Weltkarte der Luftverschmutzung erstellt. Einzelne Städte und sogar Schifffahrtsrouten können darauf als Verschmutzer identifiziert werden.

(jkm) - Hochauflösende Weltkarten der Luftverschmutzung hat eine europäische Forschergruppe erstellt. Berechnet aus Messdaten des Umweltsatelliten Envisat, zeichnen sich auf ihnen einzelne Städte und sogar Schifffahrtsrouten anhand ihres Ausstoßes von Stickstoffdioxid ab.

Die Ergebnisse "könnten zukünftig für chemische Wetter- und Luftgüte-Vorhersagen genutzt werden", erläutert Steffen Beirle von der Universität Heidelberg, einer der für den SCIAMACHY-Sensor an Bord des Satelliten zuständigen Wissenschaftler. Derzeit konzentriere man sich jedoch darauf, mehr über die Bedeutung der unterschiedlichen Quellen von Stickoxiden zu erfahren, "etwa die Verbrennung von fossilen Treibstoffen, Biomassebrände oder Blitze - insbesondere, da der Beitrag letzterer höchst unsicher ist."

 


© Universität Heidelberg

Stickstoffdioxid: Hohe Konzentrationen über nordamerikanischen und europäischen Großstädten, südafrikanischen und asiatischen Kohlekraftwerken.

 

Envisat umkreist die Erde seit gut zweieinhalb Jahren auf einer polnahen Umlaufbahn, auf der er jeden Punkt der Erdoberfläche zum gleichen Zeitpunkt Ortszeit überfliegt. Das deutsch-niederländisch-belgische "Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography" (SCIAMACHY) misst dabei das Spektrum des von der Atmosphäre reflektierten Sonnenlichts vom infraroten bis in den ultravioletten Bereich. Daraus lässt sich wiederum die Konzentration chemischer Verbindungen wie Ozon, Formaldehyd, Methan oder Stickstoffdioxid in der untersten Atmosphärenschicht, der Troposphäre, ermitteln.

Im Laufe von 18 Monaten gesammelte Daten zeigten hohe Konzentrationen von Stickstoffdioxid beispielsweise über nordamerikanischen und europäischen Großstädten und südafrikanischen Kohlekraftwerken, erläutert Beirle. Erhöhte Werte über Südostasien und Afrika gingen auf Biomassebrände zurück. "Ebenfalls erkennbar sind einige Schifffahrtsrouten, etwa im Roten Meer und im Indischen Ozean zwischen der Südspitze Indiens und Indonesien", so der Forscher. "Aus den Schornsteinen der Schiffe auf diesen Routen gelangt eine Menge Stickstoffdioxid in die Troposphäre."

 

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 Mehr Informationen:

ESA: Envisat

SCIAMACHY

 

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