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Globale Karten der Luftverschmutzung
Aus Daten des Umweltsatelliten Envisat haben
Forscher eine Weltkarte der Luftverschmutzung erstellt. Einzelne
Städte und sogar Schifffahrtsrouten können darauf als
Verschmutzer identifiziert werden.
(jkm) - Hochauflösende Weltkarten der Luftverschmutzung
hat eine europäische Forschergruppe erstellt. Berechnet aus
Messdaten des Umweltsatelliten Envisat, zeichnen sich auf ihnen
einzelne Städte und sogar Schifffahrtsrouten anhand ihres
Ausstoßes von Stickstoffdioxid ab.
Die Ergebnisse "könnten zukünftig für chemische
Wetter- und Luftgüte-Vorhersagen genutzt werden", erläutert
Steffen Beirle von der Universität Heidelberg, einer der
für den SCIAMACHY-Sensor an Bord des Satelliten zuständigen
Wissenschaftler. Derzeit konzentriere man sich jedoch darauf,
mehr über die Bedeutung der unterschiedlichen Quellen von
Stickoxiden zu erfahren, "etwa die Verbrennung von fossilen
Treibstoffen, Biomassebrände oder Blitze - insbesondere,
da der Beitrag letzterer höchst unsicher ist."

© Universität Heidelberg
Stickstoffdioxid: Hohe Konzentrationen über
nordamerikanischen und europäischen Großstädten,
südafrikanischen und asiatischen Kohlekraftwerken.
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Envisat umkreist die Erde seit gut zweieinhalb Jahren auf einer
polnahen Umlaufbahn, auf der er jeden Punkt der Erdoberfläche
zum gleichen Zeitpunkt Ortszeit überfliegt. Das deutsch-niederländisch-belgische
"Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric
Chartography" (SCIAMACHY) misst dabei das Spektrum des von
der Atmosphäre reflektierten Sonnenlichts vom infraroten
bis in den ultravioletten Bereich. Daraus lässt sich wiederum
die Konzentration chemischer Verbindungen wie Ozon, Formaldehyd,
Methan oder Stickstoffdioxid in der untersten Atmosphärenschicht,
der Troposphäre, ermitteln.
Im Laufe von 18 Monaten gesammelte Daten zeigten hohe Konzentrationen
von Stickstoffdioxid beispielsweise über nordamerikanischen
und europäischen Großstädten und südafrikanischen
Kohlekraftwerken, erläutert Beirle. Erhöhte Werte über
Südostasien und Afrika gingen auf Biomassebrände zurück.
"Ebenfalls erkennbar sind einige Schifffahrtsrouten, etwa
im Roten Meer und im Indischen Ozean zwischen der Südspitze
Indiens und Indonesien", so der Forscher. "Aus den Schornsteinen
der Schiffe auf diesen Routen gelangt eine Menge Stickstoffdioxid
in die Troposphäre."
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