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- 08.10.2004 -

 

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Wie Plazebos den Schmerz dämpfen

Der Glaube kann Berge versetzen. Wie Plazebos den Schmerz dämpfen, haben Hamburger Mediziner jetzt untersucht.

(jkm) - Auch Mediziner wissen, dass der Glaube Berge versetzen kann. Auf welche Weise das geschieht, haben Hamburger Neurologen jetzt näher untersucht. Hatten ihre Studienteilnehmer ein vermeintliches Schmerzmittel genommen, schien ihr Gehirn aus dem Körper eintreffende Schmerzsignale aktiv zu unterdrücken.

Per Infrarotlaser verabreichten die Mediziner um Jürgen Lorenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ihren Probanden schmerzhafte Hautreize. Mittels der funktionellen Kernspintomographie (fMRI) verfolgten sie, wie sich daraufhin die Durchblutung einzelner Gehirnregionen veränderte - ein Hinweis auf verstärkte oder gedämpfte Aktivität der Nervenzellen.

Erwarteten die Teilnehmer eine schmerzlindernde Wirkung, wurde die Präfrontalregion des Gehirns aktiviert. Gleichzeitig zeigte sich in für die Schmerzwahrnehmung relevanten Regionen wie Thalamus und Insel eine geringere Aktivität, berichtete Lorenz jetzt auf dem Deutschen Schmerzkongress in Leipzig. Eine Schlüsselregion für diesen Plazeboeffekt vermutet der Mediziner im vordersten Abschnitt des Gyrus Cinguli.

Diese tief liegende Gehirnwindung fungiert als eine Art Schnittstelle zwischen Frontalhirn und Schmerzsystem, indem sie sowohl mit der Großhirnrinde als auch mit dem Limbischen System verknüpft ist. Zudem ist ihr vorderer Abschnitt reich an Opiatrezeptoren und ist an Nervenbahnen zu Hirnstamm und Rückenmark gekoppelt - seit langem bekannten Vermittlern der körpereigenen Schmerzhemmung.

 

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 Mehr Informationen:

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes

Schmerz, lass nach!

 

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