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Wie Plazebos den Schmerz dämpfen
Der Glaube kann Berge versetzen. Wie Plazebos
den Schmerz dämpfen, haben Hamburger Mediziner jetzt untersucht.
(jkm) - Auch Mediziner wissen, dass der Glaube Berge versetzen
kann. Auf welche Weise das geschieht, haben Hamburger Neurologen
jetzt näher untersucht. Hatten ihre Studienteilnehmer ein
vermeintliches Schmerzmittel genommen, schien ihr Gehirn aus dem
Körper eintreffende Schmerzsignale aktiv zu unterdrücken.
Per Infrarotlaser verabreichten die Mediziner um Jürgen
Lorenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ihren
Probanden schmerzhafte Hautreize. Mittels der funktionellen Kernspintomographie
(fMRI) verfolgten sie, wie sich daraufhin die Durchblutung einzelner
Gehirnregionen veränderte - ein Hinweis auf verstärkte
oder gedämpfte Aktivität der Nervenzellen.
Erwarteten die Teilnehmer eine schmerzlindernde Wirkung, wurde
die Präfrontalregion des Gehirns aktiviert. Gleichzeitig
zeigte sich in für die Schmerzwahrnehmung relevanten Regionen
wie Thalamus und Insel eine geringere Aktivität, berichtete
Lorenz jetzt auf dem Deutschen Schmerzkongress in Leipzig. Eine
Schlüsselregion für diesen Plazeboeffekt vermutet der
Mediziner im vordersten Abschnitt des Gyrus Cinguli.
Diese tief liegende Gehirnwindung fungiert als eine Art Schnittstelle
zwischen Frontalhirn und Schmerzsystem, indem sie sowohl mit der
Großhirnrinde als auch mit dem Limbischen System verknüpft
ist. Zudem ist ihr vorderer Abschnitt reich an Opiatrezeptoren
und ist an Nervenbahnen zu Hirnstamm und Rückenmark gekoppelt
- seit langem bekannten Vermittlern der körpereigenen Schmerzhemmung.
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