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Arktis: Eisbedeckung erneut unter Durchschnitt
In der Arktis bedeckt das Meereis auch in diesem
Jahr deutlich weniger Fläche als im langjährigen Mittel.
(jkm) - Nach der Auswertung von Satellitendaten gehen amerikanische
Wissenschaftler von einem Rückgang um rund 13 Prozent aus.
Ein ähnliches "Minus" war in den beiden Vorjahren
beobachtet worden. Allerdings ist unklar, ob Temperaturveränderungen
die alleinige Ursache sind.
Bereits im Jahr 2002 hatten Mark Serreze vom National Snow and
Ice Data Center an der University of Colorado, Boulder, und seine
Kollegen ein Rekordminus von 15 Prozent ermittelt. "Auf eine
geringe Eisbedeckung im September in einem Jahr folgt häufig
eine 'Erholung' im nächsten", erläutert der Forscher.
Im Jahr 2003 sei jedoch ein Minus von etwa 12 Prozent aufgetreten.
Das Jahr 2004 sei damit das dritte Jahr in Folge mit einer unterdurchschnittlichen
Eisbedeckung, so Serreze weiter. "Dies deutet auf eine Beschleunigung
des Abwärtstrends hin." Für ihre Erhebungen werten
die Wissenschaftler regelmäßig Daten des Special Sensor
Microwave Imagers aus. Das Instrument kam auf bislang sechs Satelliten
des Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) zum Einsatz.
Mit Hilfe von Mikrowellen kann es unter anderem die Luftfeuchte,
die Windgeschwindigkeit an der Meeresoberfläche oder die
Schneetiefe ermitteln.

© ArtToday
Diskobucht an der Westküste
Grönlands: Eisbedeckung der Arktis geht zurück.
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Eisdecke schrumpft wegen Treibhauseffekt
In dem auf menschliche Aktivitäten zurückgehenden Treibhauseffekt
sieht Serreze einen Grund für das Schrumpfen der Eisdecke.
Schwankungen der Luftdruckverhältnisse, die Arktische Oszillation,
könnten jedoch ebenfalls eine Rolle spielen, indem der Wind
vor allem das dicke mehrjährige Meereis gen Süden in
wärmere Gewässer treibe. Zwar bilde sich im Winter eine
neue Eisdecke, diese sei jedoch dünn und schmelze im nächsten
Sommer besonders rasch.
"Am ehesten lässt sich die Ansicht vertreten, dass
der Rückgang des Meereises auf die Kombination von natürlichen
Schwankungen und Treibhauseffekt zurückgeht", so Serreze.
"Letzterer wird sich in den kommenden Jahrzehnten allerdings
immer deutlicher auswirken."
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