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Jungbrunnen in Pillenform
Ist Altern kein unabwendbares Schicksal? Forscher
glauben, dass es schon bald die erste Anti-Aging-Pille geben wird.
(vv) - In der Medizin setzt sich eine spektakuläre Erkenntnis
durch: Altern ist kein unabwendbares Schicksal. Ernst zu nehmende
Forscher glauben daran, dass es schon bald die erste Anti-Aging-Pille
geben wird, schreibt das Technologiemagazin "Technology Review"
in seiner aktuellen Ausgabe.
Mehrere Forschungsgruppen dies- und jenseits des Atlantiks arbeiten
an einer wissenschaftlichen Revolution. Sie beginnen auf molekularer
Ebene zu verstehen, welche Veränderungen Ursache für
den scheinbar unausweichlichen Zerfall des Organismus sind. "Der
Prozess des Alterns ist veränderbar", sagt Claudio Franceschi,
einer der führenden Altersforscher in Europa. Er will die
Gene finden, die Gesundheit im hohen Alter bescheren. "Der
menschlichen Lebenszeit ist prinzipiell keine Grenze gesetzt",
sagt gar Michael Rose, Professor an der University of California
in Irvine.
Langes Leben bei knapper Nahrung
Der Optimismus der Forscher beruht auf einem uralten, von der
Evolution konservierten Überlebensprogramm: Bei guter Nährstoffversorgung,
aber verringerter Kalorienaufnahme steigt nicht nur die durchschnittliche,
sondern auch die maximal erreichbare Lebensspanne.
Das Gen SIRT1 steht dabei im Mittelpunkt der Forschung. Da es
auf kleinste Veränderungen im Stoffwechsel reagiert, liegt
die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um den lang gesuchten
Schalter handelt, der für das lange Leben bei knapper Nahrung
verantwortlich ist. Eine Substanz zu finden, die den SIRT1-Schalter
im Menschen beeinflusst, gilt als das erklärte Ziel im wissenschaftlichen
Wettstreit.
Lebensspanne um bis zu 20 Jahre verlängern
Einen ersten Wirkstoff dieser Art hat David Sinclair, Forscher
an der Harvard Medical School in Boston, identifiziert. Die Substanz
namens Resveratol kommt vor allem in Weintrauben und Rotwein vor
und wird in Pillenform auch schon im Internet angeboten. Diese
Präparate enthalten aber selten wirklich das empfindliche
Molekül, da es an der Luft sofort zerfällt.
Sinclair und andere Forscher fahnden inzwischen nach weiteren
Wirkstoffen, die den Wusch nach Lebensverlängerung erfüllen
könnten. "Wenn es funktioniert, dann könnten wir
die ersten Medikamente in sieben bis zehn Jahren auf den Markt
bringen", sagt Sinclair. "Und sie könnten die Lebensspanne
um bis zu 20 Jahre verlängern."
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